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BFW Würzburg: Millionenschweres BMAS Projekt AKTILA-BS mit Festakt gestartet - BBSB-Inform - 10.03.2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

Berufliche Reha hat ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft

am 1. März startete das Projekt Aktila-BS am Berufsförderungswerk Würzburg mit einem Festakt.

„Mit dem Projekt AKTILA-BS (Aktivierung und Integration langzeitarbeitsloser blinder und sehbehinderter Menschen) leisten  wir hoffentlich einen wichtigen Beitrag zur Aktivierung und Integration langzeitarbeitsloser und sehbehinderter Menschen."

Das sagte Christoph Wutz, Geschäftsführer des überregionalen Bildungszentrum für blinde und sehbehinderte Menschen, und freute sich Gäste, Unterstützer und Partner des Projektes aus ganz Deutschland zu begrüßen. Anlass für den Festakt war der Start und die offizielle Genehmigung des Projektes AKTILA-BS, die tatsächlich erst am Vortag im BFW eingegangen war.

Schwerbehinderte Arbeitslose seien insgesamt im Vergleich zu nicht behinderten Arbeitslosen überdurchschnittlich qualifiziert, so der Geschäftsführer in seiner Begrüßung, dennoch verharre die Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau bei sonst sinkender Arbeitslosigkeit. Die Gründe hierfür zu ermitteln und wirkungsvolle Gegenmaßnahmen abzuleiten, habe sich das Projekt AKTILA-BS auf die Fahne geschrieben.

Als Vertreter des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), das dieses Projekt fördert, überbrachte Arsen Abajyan Grüße des Ministeriums und zeigte sich beeindruckt vom Forschungsantrag. Nicht wegen des Umfangs von über 200 Seiten, sondern wegen des innovativen Ansatzes und des breiten Netzwerkes an Unterstützern und Partnern habe der Beirat für die Teilhabe behinderter Menschen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) den Forschungsantrag einstimmig zur Förderung empfohlen. Denn, so Abajyan in seinem Grußwort, „berufliche Reha gehört nicht in eine Nische, sondern in die Mitte der Gesellschaft“.

Die Federführung für dieses großvolumige Projekt von nahezu 3 Mill. Euro, wird im Verbund mit zahlreichen Projekt- und Kooperationspartnern aus dem Bereich der Beschäftigungsförderung, Vermittlung, Rehabilitation und nicht zuletzt der Selbsthilfe und der Wirtschaft durchgeführt und liegt beim BFW Würzburg in den Händen von Projektleiterin Monika Weigand.

„Sind die Förder-und Integrationsangebote nicht behinderungsspezifisch genug? Reicht der behinderungsspezifische Sachverstand der Vermittler nicht aus oder sperren sich Arbeitgeber gegen die Einstellung?“ Monika Weigand, die als Telecoach und im Bereich Forschung & Entwicklung im BFW tätig ist, konfrontierte die Besucher mit diesen Fragen, für die, so Weigand weiter, im Laufe des Projektes nicht nur Antworten gefunden werden sollen. Vielmehr solle als Ergebnis am Ende des Projektes eine Art „Werkzeugkasten“ zur Verfügung stehen, anhand dessen konkrete fallbezogen Integrationsbemühungen und Verfahren im Sinne eines Case-Managements entwickelt werden könnten. Damit verhelfe das Projekt Menschen, die wegen gesundheitlicher Einschränkungen besondere Förderung benötigen zur aktiven Teilhabe am Erwerbsleben und letztendlich auch zu sozialer Teilhabe.

Aber was konkret braucht ein langzeitarbeitsloser Mensch mit gesundheitlichen Einschränkungen, um den Weg zurück in einen Job zu finden? Gregor Olszewski, bis vor kurzem Teilnehmer im BFW Würzburg, berichtete im Interview mit Marketingleiterin Irene E. Girschner, bewegend und eindrucksvoll von seiner eigenen Odyssee. „Selbstvertrauen“, so Gregor Olszewski, brauche es, um sich immer wieder neu zu motivieren. Es habe lange gedauert, mit einigen Umwegen, aber schließlich sei er jetzt mit seiner erfolgreichen Ausbildung zum Telekommunikationsoperator in der Lage gewesen, sich Bewerbungssituationen zu stellen. Geholfen habe ihm dabei, u.a. das Bewerbungstraining und Inhalte, deren Sinn er im Unterricht nicht nachvollziehen wollte, er aber jetzt bei seinem neuen Arbeitgeber brauche. Am 06.03. tritt Olszewski seinen Traumjob an als Bodensteward bei der Lufthansa. Ein gutes Omen zum Auftakt.

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