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Spannende Entwicklungsideen - Bundessieger der CBM-Sonderpreise Jugend forscht und Schüler experimentieren ausgezeichnet - BBSB-Inform - 11.07.2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

Auf dem Rollstuhl-Marathon in Heidelberg hat die Christoffel-Blindenmission (CBM) am 2.7. die Sieger der CBM-Bundessonderpreise der Wettbewerbe Jugend forscht und Schüler experimentieren prämiert.

  1. Platz Jugend forscht: Mit dem Taststock in die richtige Bahn

Nele Tornow und Fabian Rimmele wollen sehbehinderten Menschen das Bus- und Bahnfahren im Öffentlichen Nahverkehr erleichtern. Die Lösung sollte kostengünstig, kompakt und sinnvoll nutzbar sein. Sie installierten auf einem Bahnsteig vier Mikrophone und eine Kamera. Damit nahmen sie die Geräusche von einfahrenden Bahnen an verschiedenen Stellen des Bahnsteigs auf und verglichen mit der Kamera jeweils die Stellung des Waggons. Mit komplizierten Berechnungen aus dem Geräusch des einfahrenden Zugs und dessen Länge konnten die Jugendlichen die Position einer Waggontür voraussagen. Diese Methode kann in einen handelsüblichen Taststock integriert werden. Dieser wird dafür mit einer kleinen Kamera und einem Vibrationssignal versehen und lotst dann den Sehbehinderten zur Tür der S-Bahn.

  1. Platz Jugend forscht: Sicher Stufen überwinden mit dem Rollator

Max und Tobias Fleischer haben ein hölzernes Steigrad entwickelt, das so groß wie ein Rollator-Rad ist und die Umrisse der Ziffer Sechs hat. Die Holzscheibe wird mit einem Gestell zwischen die Vorderräder eines Rollators montiert und über eine Fahrradkette mit einem kleinen Motor verbunden. Sobald der Motor über den Schalter am Lenker aktiviert wird, rotiert die Scheibe einmal um ihre Achse und hebt dabei die Vorderräder auf die Höhe des Bordsteins. Weil die Räder dabei gleichzeitig aufkommen und das Steigrad kurzfristig wie eine Stütze wirkt, bleibt der Rollator stabil und kann nicht kippen.

  1. Platz Schüler experimentieren: Die dritten Augen aus der Ferne

Anton Lefels Oma sieht mittlerweile so schlecht, dass sie Telefonnummern, Beipackzettel oder eine Zutatenliste nicht mehr lesen kann. Weil alle Familienmitglieder tagsüber entweder bei der Arbeit oder in der Schule sind, kam es oft vor, dass die 89-Jährige bis zum Abend auf Hilfe warten musste. Das Problem: Die alte Dame hat weder ein Smartphone noch einen Internetzugang, kann also nicht einfach ein Foto verschicken, wenn sie wissen will, ob sie eine Hand- oder Schuhcreme vor sich hat. Anton konstruierte ein etwa aktenordner-großes Gerät, an dem eine Webcam wie eine Leselampe an einem Stativ montiert ist. Ein einzelner Druckknopf aktiviert die Kamera und sendet das entstandene digitale Foto über einen Surfstick in eine Cloud. Gleichzeitig wird eine E-Mail an alle Familienmitglieder geschickt, die den Speicherort des Fotos angibt. So kann jeder, der gerade Zeit hat, das fotografierte Schriftstück lesen, bei der sehbehinderten Person anrufen und den Text vorlesen.

  1. Platz Schüler experimentieren: Anti-Stolperschuhe warnen vor Hindernissen

Inspiriert von seiner Oma, wollte Luis Geissler etwas bauen, das sehbehinderten Menschen im Alltag hilft und Hindernisse für sie erkennt. Er konstruierte ein kostengünstiges Navigationssystem, das in den Schuhen installiert ist. Auf der Schuhkappe hat der Schüler kleine Infrarotsensoren installiert, die wie die Rückfahrhilfe beim Auto funktionieren. Die reflektierten Wellen aktivieren den Minicomputer im Fersenbereich der Schuhsohle, der kleine Vibrationsmotoren startet. Luis hat diese Motoren aus einem ausrangierten Handy ausgebaut und so am Schuh angebracht, dass sie unterhalb des Knöchels vibrieren. Aktiviert werden die Schuhe über Kabel, die die Schnürsenkel ersetzen und für den Start zusammengesteckt werden müssen. Aufgeladen werden können die Akkus in der Sohle über einen Schuhschrank, der wie ein Induktionsherd funktioniert.

Der CBM-Sonderpreis Innovationen für Menschen mit Behinderungen zeichnet jedes Jahr kreative Studien und Erfindungen aus, die behinderten Menschen den Alltag erleichtern, Chancengleichheit fördern oder sich mit dem Zusammenhang von Krankheit und Behinderung befassen. Besonders Projekte, die einen Beitrag für Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern leisten, haben gute Gewinnchancen. Die ersten Plätze beider Altersklassen auf Bundesebene sind jeweils mit 300 Euro, die zweiten mit 200 Euro dotiert.

Seit über 100 Jahren Entwicklungshilfe

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit über 100 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 650 Projekte in 63 Ländern. Weitere Informationen unter www.cbm.de.

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