Pressemitteilung Archiv 2011

Wache Augen und aufmerksame Herzen

BBSB veranstaltete Info-Vormittag für Medienvertreter als Auftakt zur Woche des Sehens

München, 07.10.11

„Sehen, was geht!“ lautet das Motto der zehnten bundesweiten Woche des Sehens, die vom 8. bis 15. Oktober 2011 stattfindet. Zum Auftakt der Aktionswoche gestaltete der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB) am Freitag, 7. Oktober in seiner Landesgeschäftsstelle eine Presseveranstaltung mit Info-Points zu den Themen Blindheit und Sehbehinderung sowie mit Möglichkeiten zur Selbsterfahrung.

Nachdem Elke Runte, BBSB Leiterin des Bereichs Kommunikation, die Gäste herzlich begrüßt hatte, formulierte Christian Seuß, BBSB Landesgeschäftsführer, anlässlich der Aktionswoche seinen Wunsch an die Öffentlichkeit: Mitmenschen mit wachen Augen und aufmerksamen Herzen, die Hilfe anbieten und nicht aufdrängen. Benötigen Sie Hilfe? Und wie kann ich helfen? Diese zwei einfachen Sätze seien für blinde und sehbehinderte Menschen sehr nützlich, erklärte Christian Seuß. Und nicht nur für diese. Auch Senioren oder Eltern mit Kinderwagen freuten sich darüber.

Zu erblinden sei ein gravierender Einschnitt, berichtete er aus eigener Erfahrung. „Aber mit Blindheit oder Sehbehinderung ist das Leben nicht zu Ende“, sagte Christian Seuß.

Und was noch alles möglich ist und wie der BBSB Betroffene bei der Neugestaltung des Lebens unterstützen kann, erfuhren die Pressevertreter an den verschiedenen Info-Points, nachdem sie sich kurz zuvor alle sehr erfolgreich der Selbsterfahrung „Kuchen essen mit Augenbinde“ gestellt hatten.

Eine sprechende Küchenwaage, ein Farberkennungsgerät, das bei Berührung die Farbe der Kleidung verrät, oder ein deutlich hörbarer Füllstandsanzeiger an der Kaffeetasse waren nur drei der Haushaltshelfer, die Ina Kreil, Blinden- und Sehbehindertenberaterin, vorstellte.

Im Anschluss demonstrierte BBSB Hilfsmittelberaterin Martina Lerch vergrößernde Sehhilfen wie Lupe oder Bildschirmlesegerät. Auch erläuterte sie, wie blinde und sehbehinderte Menschen am Computer arbeiten, nämlich mit Braille-Zeile, Sprachausgabe und Vergrößerungssoftware.

Die sechs Punkte der Braille-Schrift bieten insgesamt 64 Kombinationsmöglichkeiten. „Damit kann man das gesamte Alphabet und die Satzzeichen abbilden“, erklärt die Leiterin der Bezirksgruppe Oberbayern-München Heidi Böhm die von Louis Braille erfundene Schrift zum Tasten. Außerdem führte sie eine mechanische Punktschriftschreibmaschine und eine Stenomaschine vor, beides Schreibgeräte für blinde Menschen.

Die Veranstaltung abschließend wies Mobilitätstrainerin Christine Schmidt die Anwesenden in das Gehen mit dem weißen Langstock ein. Es sei besonders wichtig, die anderen Sinne der erblindeten oder sehbehinderten Menschen zu schulen. Und oft seien diese überrascht, was sie jetzt alles wahrnehmen: die Richtung, aus der die Autos kommen, oder den Abstand zur Wand gegenüber, den der Luftdruck auf der Haut fühlbar macht.

„Für mich ist es ein großes Geschenk, den Menschen, mit denen ich arbeite, zu helfen, viel von ihrer Lebensqualität wiederzugewinnen“, so Christine Schmidt.

Informationen zu den Veranstaltungen anlässlich der Woche des Sehens finden Sie unter www.bbsb.org und unter www.woche-des-sehens.de.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Verfasserin

Daniela Noppeney
Bereich Kommunikation
Tel.: 0 89/5 59 88-1 31
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