Pressemitteilung Archiv 2012

Todesfalle „Kupplungsbereich“

BBSB fordert Münchens Oberbürgermeister Christian Ude zum Handeln auf

München, 18.01.12

Am 28. Dezember 2011 ereignete sich erneut ein tragischer Unfall in der Münchner U-Bahn: Weil er die Tür mit dem Langkupplungsbereich zweier U-Bahnzüge verwechselte, stürzte ein blinder Fahrgast in die Gleise und erlitt schwere Kopfverletzungen. Ob er wieder gesund wird, ist derzeit völlig ungewiss. Er ist der neunte Fahrgast, der im Laufe des letzten Jahres in München ins U-Bahngleis stürzte.

Alle vorhandenen Sicherheitssysteme hätten funktioniert, teilte die MVG über die Presse mit. Diese haben aber nur deshalb funktioniert, weil andere Fahrgäste sie ausgelöst haben. Außerdem sind diese Sicherheitssysteme darauf ausgerichtet, das Anfahren des Zuges im Notfall zu verhindern, nicht aber einem Sturz in den Langkupplungsbereich vorzubeugen.

In einem Brief vom 3. Januar 2012 ruft der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB) Münchens Oberbürgermeister Christian Ude dazu auf, Maßnahmen für mehr Sicherheit in der U-Bahn zu ergreifen:

„Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, wir fordern Sie auf, sorgen Sie jetzt für Sicherheitssysteme in den Münchner Verkehrsanlagen, die dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Elektronische Gleisbettüberwachung und Sicherung des Langkupplungsbereichs jetzt!

Unterlagen zu elektronischer Gleisbettüberwachung und mechanischer Sicherung des Langkupplungsbereichs liegen Ihrem Haus bereits vor. Derartige Maßnahmen sind in anderen Städten, national und international, schon heute umgesetzt.“ (aus dem Brief an Oberbürgermeister Christian Ude)

Der BBSB wird sich auch an die Fraktionen des Bayerischen Landtags, die Mitglieder des Münchner Stadtrats und weitere Stellen wenden und das hier in Auszügen wiedergegebene Schreiben vom 3. Januar 2012 vorlegen.

Um das Thema „Sicherheit im U- und S-Bahnbereich“ auf großer Plattform zu diskutieren, lädt der BBSB Anfang März 2012 blinde und sehbehinderte Mitbürger zusammen mit Oberbürgermeister Ude und andere Repräsentanten des Öffentlichen Lebens, sowie Experten der VAG Nürnberg, den Fahrgastverband und Seniorenvertreter zu einer Informationsveranstaltung in seine Landesgeschäftsstelle ein.

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