Pressemitteilung Archiv 2012

9. Integrationstreff des BBSB

München, 16.02.2012

Vom 13. bis 15. Januar 2012 trafen sich im Aura-Hotel Saulgrub 20 Familien mit ihren blinden und sehbehinderten Kindern zum 9. Integrationstreff des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes e.V. (BBSB), der unter den Eltern mittlerweile als besonderer Infotipp bekannt ist. Organisiert wurde die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung vom Arbeitskreis Elternarbeit des BBSB.

Thematische Schwerpunkte des Treffens waren die inklusive Beschulung, die Weiterentwicklung der Förderzentren, Ball- und Sportaktivitäten, die akustische Orientierung, etwa das Schnalzen, und die musikalische Förderung mit praktischen Übungen.

Am Samstagvormittag wurde die derzeitige rechtliche Situation beim Thema Beschulung der tatsächlichen Praxis gegenübergestellt. Zwei private Filmbeiträge zeigten die gelungene inklusive Beschulung eines blinden Jungen in der Grundschule. Maria Gerber und Reinhard Apelt, beides Lehrer vom Förderzentrum Unterschleißheim, plädierten dafür, dass die inklusive Beschulung qualitativ auf gleich hohem Niveau möglich sein sollte wie die im Förderzentrum.

Im Kreis der Eltern wurde diskutiert, welches Modell der Unterstützung durch fachkundige Sonderpädagogen für die inklusiv beschulten Kinder das Beste ist. Erfahrungsberichte zeigten, dass in der Praxis die zu geringe Stundenzahl des Mobilen Sonderpädagogischen Dienstes (MSD) für die Betreuung der sehbehinderten und blinden Kinder sehr unbefriedigend ist. Kritisiert wurde auch, dass im Krankheitsfall der MSD-Lehrkraft oft kein Ersatz zur Verfügung steht. Das Mobilitätstrainig für die inklusiv beschulten Kinder ist nicht in gleicher Weise geregelt, wie bei den Kindern, welche im Förderzentrum unterrichtet werden. Auch bei der Schulbuchversorgung, der Übertragung der Materialien in Punktschrift, gibt es Verzögerungen und qualitative Defizite.

Zeitgleich konnten die Kinder selbst aktiv werden. Für die Älteren gab es die Gelegenheit mit Hans Demmelhuber Ballspiele, wie Goalball und Torball, auszuprobieren. Die Jüngeren gingen mit der Kinderbetreuung zum Rodeln und ins hauseigene Schwimmbad.

Am Nachmittag beschäftigten sich die Eltern mit Strategien der Orientierung. Als Referent konnte Hans Maier gewonnen werden, der das Schnalzen mit der Zunge als akustische Orientierungshilfe sehr erfolgreich selbst verwendet. Die erfahrene Mobilitätslehrerin Gerda Rauscheder informierte über Möglichkeiten der akustischen Orientierung und zeigte den Eltern einige Selbsterfahrungsübungen in der Turnhalle des Hotels.

Am Sonntagvormittag führten die Musik-Pädagoginnen Gabriele Firsching und Rosa Maria Dotzler die Eltern in Bedeutung und Möglichkeiten der Musik, der musikalischen Förderung, des Erlernens eines Instrumentes sowie in die Blindennotenschrift ein. Nach einer Stunde wurden dann mit den Kindern Lieder auf den Rhythmusinstrumenten eingeübt und auch vorgetragen.

Verfasser: für den AK Elternarbeit des BBSB, Fabian Dreykorn

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