Pressemitteilung Archiv 2013

Wenn die Brille nicht mehr ausreicht...

Woche des Sehens 2013 in der Ambulanz für vergrößernde Sehhilfen der Augenklinik der LMU

Über 100 Taschenleuchtlupen, Hellfeldlupen, Standleuchtlupen, Fernrohrlupenbrillen, elektronische Lupen und Kantenfilterbrillen liegen in der Ambulanz für vergrößernde Sehhilfen in der Augenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München zum Testen bereit. „Diese mobilen vergrößernden Sehhilfen erleichtern sehbehinderten Menschen, beispielsweise unterwegs Preisschilder, Rechnungen oder Speisekarten zu lesen und unterstützen so deren selbständige Lebensführung“, erklärt Dr. Bettina von Livonius, Leiterin der Sektion.

Anlässlich der Woche des Sehens 2013 hatten sie, der Direktor der Augenklinik Prof. Dr. Anselm Kampik, und der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB) am 7. Oktober zu einem Infovormittag eingeladen.
So konnten Medienvertreter in die Arbeit der Ärzte in der Sehbehindertenambulanz, sowie in das Leben blinder und sehbehinderter Menschen - ganz nach dem Motto der Aktionswoche - Einblick gewinnen.

Sehbehinderte Person vor BildschirmlesegeraetIm Zimmer nebenan stehen rund ein Dutzend verschiedene Bildschirmlesegeräte und Tafelkameras, die Schriftstücke bis zu 60-fach vergrößern können. Ist trotz der hohen Vergrößerung keine Lesefähigkeit zu erreichen - das ist meistens bei einer Sehkraft unter 5% der Fall -, dann können sich die Patienten den gewünschten Text von einem Vorlesegerät mit einer synthetischen Stimme vorlesen lassen.

An die Ambulanz für vergrößernde Sehhilfen können sich Menschen aller Altersstufen wenden, bei denen trotz Brillenkorrektur oder Operation keine Sehverbesserung mehr möglich ist. Neben einer umfassenden medizinischen Anamnese und Versorgung ermitteln die Ärzte und die Mitarbeiterinnen der Sehbehindertenambulanz die jeweils passende optische Sehhilfe und üben zusammen mit den Patienten den Umgang damit.
Zudem bestehen auch enge Kooperationen zu Selbsthilfegruppen und Blinden- und Sehbehindertenverbänden. So bietet der BBSB einmal in der Woche in der Sehbehindertenambulanz Rehabilitationsmaßnahmen im Erlernen lebenspraktischer Fähigkeiten an.

Wenn das Sehvermögen drastisch nachlässt, funktioniert eben nichts mehr so wie früher. Gewohnte Tätigkeiten wie Lesen, Schreiben, Basteln oder Kochen werden zur Herausforderung.

Dann können spezielle Hilfsmittel den Alltag erheblich erleichtern. Das sind zum Beispiel DAISY-Player (Spezialgeräte zum Abspielen von beispielsweise Hörbüchern), Großtastentelefone, Schablonen zum Erkennen von Geldscheinen oder sprechende Haushaltsgeräte.

Eveline Walisko, BBSB Reha-Fachkraft, gießt Wasser in ein Glas bis ein Signalton hörbar wird. Der kommt vom akustischen Füllstandsanzeiger, den sie zuvor an die Innenseite des Glases gehängt hatte. „Damit können blinde oder sehbehinderte Men-schen ohne fremde Hilfe Getränke einschenken“, erklärt die Reha-Fachkraft. Sehr beliebt sei auch der DIN A 4-Kalender mit stark vergrößerter Schrift. Einmal pro Woche ist Eveline Walisko in der Ambulanz und schult, ergänzend zur Arbeit der Ärzte und der Mitarbeiterinnen der Sehbehindertenambulanz, die Patienten in lebensprakti-schen Fähigkeiten.

„Das umfassende Angebot dieser Einrichtung schließt eine Lücke in der Versorgung von Menschen mit Seheinschränkung“, sagt BBSB Landesgeschäftsführer Christian Seuß. „Die Bayerische Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe ist sehr froh, dass es diese Einrichtung gibt und wünscht den Ärzten weiterhin viel Erfolg.“

Jährlich verzeichnen sie 1.600 Patientenbesuche. Seit Gründung der Ambulanz im Jahr 1995 waren es bereits 24.000. Der BBSB ist von Beginn an Kooperationspartner dieser Spezialabteilung.

Terminvereinbarung
Menschen mit Sehbehinderung können dort montags bis donnerstags von 8 Uhr bis 16 Uhr und  freitags von 8 Uhr bis 12 Uhr unter 089/5160-3020 Termine vereinbaren.

Downloads als hochauflösende jpg-Dateien

Vergrößerte Ansicht am Bildschirmlesegerät

Beratungssituation: Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen

 

Die Woche des Sehens 2013 in Bayern

In der Woche des Sehens, die jedes Jahr vom 8. bis 15. Oktober stattfindet, werden bayernweit von den Bezirksgruppen des BBSB zahlreiche Aktionen angeboten, die Sie dem Veranstaltungskalender auf der Website der Woche des Sehens entnehmen können: www.woche-des-sehens.de/veranstaltungen  

Die Woche des Sehens 2013 bundesweit

In dieser Aktionswoche machen Augenärzte, Selbsthilfeorganisationen und internatio-nale Hilfswerke bundesweit auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit und die Lage blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland und den ärmsten Ländern der Welt aufmerksam.
Vielfältige Aktionen klären über Augenkrankheiten auf, zeigen Möglichkeiten wie sie früh zu erkennen und erfolgreich zu behandeln sind.
Darüber hinaus gewinnen die Besucher der Aktionen einen Einblick in das Leben sehbehinderter und blinder Menschen und werden darüber informiert, weshalb das Sehvermögen gerade in den Entwicklungsländern so oft gefährdet ist.

Pressekontakt Ambulanz für vergrößernde Sehhilfen
der Augenklinik der LMU München

Dr. Bettina von Livonius
Mathildenstraße 8
Tel.: 089 / 5160-3022
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Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB)

Der BBSB ist die Selbsthilfeorganisation der rund 80.000 blinden und sehbehinderten Menschen in Bayern sowie der Patienten mit Augenerkrankungen. Er vertritt ihre Inte-ressen gegenüber Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Ziel des BBSB ist, blinden und sehbehinderten Menschen ein selbstbestimmtes und möglichst selbständiges Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. In 10 Beratungs- und Begegnungszentren bietet der BBSB wohnortnahe Hilfen an – dazu gehören der ambulante Reha-Dienst mit Schulung in Orientierung und Mobilität sowie selbständiger Haushalts- und Lebensführung, sozialrechtliche Beratung, individueller Textservice, berufliche Rehabilitation, Austausch mit Gleichbetroffenen, Freizeit und Fortbildung.

Zusätzliche Informationen