Pressemitteilung Archiv 2014

10. Integrationstreff des BBSB

Vom 17. bis 19. Januar 2014 trafen sich im Aura-Hotel Saulgrub 13 Familien mit ihren blinden und sehbehinderten Kindern zum 10. Integrationstreff des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes e.V. (BBSB), der unter Eltern mittlerweile als besonderer Treffpunkt für einen Erfahrungsaustausch bekannt ist. Organisiert wurde die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung vom Arbeitskreis Eltern des BBSB.

Thematische Schwerpunkte waren die inklusive Beschulung, die Weiterentwicklung der Förderzentren, Kreativangebote und Körperwahrnehmungsübungen für Eltern sowie Kinder.  

Am Samstagvormittag gab es eine beeindruckende Fragerunde, bei der sieben blinde Kinder im Alter zwischen sieben und 14 Jahren von ihren Lieblingsfächern, ihren Schulfreunden erzählten und berichteten, wie sie zum Beispiel ihren Schulweg und ihren Schulalltag meistern.

Im anschließenden Impulsreferat ging Irmgard Badura, die Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, auf das gesamte Spektrum der Rahmenbedingungen für eine gelungene Beschulung blinder und sehbehinderter Kinder ein. Sie betonte dabei, dass die bayernweit mehr als 1.000 sehbeeinträchtigten Schulkinder – davon werden ca. 600 inklusiv beschult - ganz spezifische Unterstützung brauchen, damit der Unterrichtsstoff für sie zugänglich und verfügbar ist. Pauschallösung passen häufig nicht.

Irmgard Badura plädierte dafür, dass Eltern eine echte Wahlfreiheit haben zwischen einer Schulausbildung in einer Förderschule oder in der Regelschule vor Ort. Diese Wahlfreiheit beginnt mit einer guten unabhängigen Schul- und Inklusionsberatung der Eltern durch Fachleute.

In der Diskussion wurde deutlich, dass die Unterstützung der Schüler, Lehrer und Schulbegleiter durch Sonderpädagogen des Mobilen Dienstes (MSD) hinsichtlich des Stundenumfangs ausgebaut werden muss. Daneben sollte das Stock- und Mobilitätstraining sowie das Einüben lebenspraktischer Fertigkeiten auch für inklusiv beschulte Kinder integraler und institutionalisierter Bestandteil der schulischen Förderung sein.

Kein Kind darf verloren gehen! Gemäß diesem Programmsatz des Bayerischen Kultusministers Dr. Ludwig Spaenle gibt es nach Berichten der Eltern noch deutliches Verbesserungspotential bei der flächendeckenden, gleichwertigen MSD-Betreuung in Bayern.  

Aus dem Kreis der Eltern kamen Anmerkungen, dass die aktuelle Aufgabenbeschreibung für Schulbegleiter um die speziellen Anforderungen blinder und sehbehinderter Kinder ergänzt werden müsste. Irmgard Badura forderte die Teilnehmer auf, an der Weiterentwicklung dieser Regelungen mitzuwirken und den Bedarf beim Kultusministerium konkret einzufordern.

Während sich die Eltern mit der Verbesserung der Schulsituation beschäftigten, verausgabte sich der Nachwuchs beim Kinderprogramm etwa im hauseigenen Schwimmbad, beim Goal-Ball und an der Show-Down-Platte in der Turnhalle. Am Nachmittag konnten sich die Eltern mit ihren Kindern dann bei Kreativangeboten wie Töpfern, Freundschaftsbänder Flechten, Malen auf Leinwand und Backen schöpferisch betätigen. Den Tag konnten die Teilnehmer dann entweder bei einem Besuch in der extra eingerichteten Dunkelbar mit einem unter anderem vom Landesgeschäftsführer des BBSB Christian Seuß persönlich gereichten Cocktail in der Kinderdisko oder bei Brett- und Kartenspielen entspannt  ausklingen lassen.  

Am Sonntag bestand für Kinder die Möglichkeit das Turnen am Vertikal-Tuch, einem von der Decke hängenden eingedrehten Tuch, auszuprobieren. Parallel dazu ermunterte die Referentin Gabriele Stern interessierte Eltern und Kinder, Übungen zu verschiedenen Entspannungstechniken wie PMR und autogenem Training auszuprobieren.  

Verfasser: für den AK Elternarbeit des BBSB, Fabian Dreykorn


Bilder zum kostenfreien Abdruck im Rahmen der Berichterstattung über den 10. Integrationstreff des BBSB erhalten Sie auf Anfrage.

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