Pressemitteilung Archiv 2014

Wissen, wo es langgeht

Neuer Leitfaden für Bodenindikatoren im öffentlichen Raum

Mitte Februar 2014 hat das Baureferat der Stadt Bamberg einen technischen Leitfaden für den Ausbau von Bodenindikatoren im öffentlichen Raum herausgegeben.
Bauherren und Planern steht damit ab sofort ein Ratgeber für mehr Barrierefreiheit bei Bau-maßnahmen zur Verfügung.

Die Landesverkehrsbeauftragte des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes e.V. (BBSB) Erika Mühlthaler gratulierte Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke zu diesem neuen Ratgeber mit Vorbildcharakter.

 

Leitfaden zur praktischen Anwendung der DIN 32984

Seit 2011 regelt die überarbeitete DIN 32984:2011-10 den Einsatz von Bodenindikatoren für blinde und sehbehinderte Menschen im öffentlichen Raum. Bodenindikatoren sind fühlbare Elemente im Bodenbelag wie Rippen und Noppen, die mit dem Blindenstock und den Füßen wahrgenommen werden können. Weil die DIN bei Neuplanungen und auch beim Bauen im Bestand leider viele Fragen offen lässt, hat sich die Stadt Bamberg entschlossen, einen Leitfaden für Planer und alle am Bau Beteiligten mit klar verständlichen Zeichnungen und Systemskizzen zu veröffentlichen.

Beratungsangebot des BBSB zur Barrierefreiheit

Erika Mühlthaler will den praxisgerechten Bamberger Ratgeber umgehend in ihrer Tätigkeit einsetzen. Die diplomierte Architektin bietet Beratung für Planungsbüros, Baubehörden, kommunale Behindertenbeauftragte und Behindertenräte bei allen Fragen zur Barrierefreiheit im öffentlichen Raum.
Darüber hinaus schult sie blinde und sehbehinderte haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter des BBSB aus ganz Bayern zur Barrierefreiheit. So baut der BBSB ein bayernweites Netz von Beratern auf, die die Interessen von blinden und sehbehinderten Menschen bei städtischen und kommunalen Bauvorhaben vor Ort einbringen. Auch den qualifizierten BBSB Beratern soll der Leitfaden als Unterstützung dienen.

Seit 2009 gelten in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention und damit das Recht behinderter Menschen auf gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft. „Das hat das Bewusstsein der Öffentlichkeit für unsere Belange sicherlich geschärft und auch die Nach-frage nach Fachwissen und kompetenter Beratung steigen lassen“, erklärt BBSB Landesgeschäftsführer Christian Seuß, der selbst blind ist und sich für die Minimierung von Barrieren im öffentlichen Leben stark macht.

Nicht zuletzt deshalb wurde im Jahr 2013 das BBSB Service-Büro Barrierefreie Umwelt, der Wirkungsbereich von Erika Mühlthaler, beim BBSB eingerichtet.

Hier finden Sie weitere Informationen zum BBSB Service-Büro.
Den Leitfaden zur praktischen Anwendung der DIN 32984 finden Sie zum Download auf der Website der Stadt Bamberg.

Zusätzliche Informationen