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Was haben Punktschrift und 3D-Druck gemein?

BBSB e.V. erinnert an Geburtstag des Blindenschrifterfinders und stellt neue Produktlinie vom BIT-Zentrum vor

Am 4. Januar 2017 wäre Louis Braille, der Erfinder der Blindenschrift, 208 Jahre alt geworden. Bis heute bedeuten die sechs Punkte, aus denen sich die Schrift zum Tasten zusammensetzt, für blinde und stark sehbehinderte Menschen den Zugang zur Information und den Weg in ein selbstbestimmtes Leben.

Diesen Weg zu begleiten und konsequent weiterzugehen, das macht sich der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) e.V. zur Aufgabe und nutzt dabei Möglichkeiten und Erfindungen, die das Informationszeitalter hervorbringt: so zum Beispiel das Verfahren des 3D-Drucks.

 

„Louis Braille hätte sich über eine Straßenkarte zum Tasten aus dem 3D-Drucker sicher gefreut“, sagt BBSB Landesgeschäftsführer Steffen Erzgraber, der zum Geburtstag des Punktschrifterfinders die Angebote des vereinseigenen Beratungs-, Informations- und Textservicezentrums (BIT) vorstellt.

3D-Karten aus dem Drucker

Seit 30 Jahren produziert das BIT-Zentrum des BBSB e.V. Medien jeder Art für blinde und sehbehinderte Menschen in barrierefreier Form. Sein neuestes Projekt sind 3D-Karten von jeder beliebigen Adresse dieser Welt direkt aus dem 3D-Drucker.
Die taktilen Karten bestehen aus stabilem, leicht flexiblem Kunststoff. Mit einer Größe von 17x17cm liegen sie angenehm in der Hand. Der Standard-Maßstab beträgt 1:2000 und erlaubt eine gute Erkennung auch dichter innerstädtischer Bereiche.

Wie entstehen die 3D-Karten?

Für die Modelle wird das aktuelle Kartenmaterial von OpenStreetMap verwendet. Das Programm Touch-Mapper (www.touch-mapper.org) wandelt die wesentlichen Elemente in eine dreidimensionale Darstellung um. In einem aufwändigen Verfahren werden die Karten dann über mehrere Stunden in einem 3D-Drucker gedruckt.

Was bilden die 3D-Karten ab?

Gebäudegrundrisse, Straßenzüge, Fußwege, Bürgersteige und Bahnlinien sind gut zu differenzieren. Auch Flüsse und Seen sind anhand der Oberflächenstruktur klar zu erkennen. Die gewünschte Adresse (z.B. Arnulfstr. 22, München) ist durch eine kleine Spitze gekennzeichnet.

Wofür können die Besteller 3D-Karten nutzen?

Zur Orientierung, um Neues zu entdecken oder von einer Gegend eine noch bessere Vorstellung zu entwickeln. Ob die eigene Wohngegend, der Urlaubsort oder die genau für den Besteller persönlich interessante Gegend, das Kartenmaterial setzt hier keine Grenzen.
Der Umgang mit 3D-Karten erfordert etwas Übung. Erläuterungen im Austausch mit einer sehenden Person, über technische Hilfsmittel (z.B. Kartendienste mit Voice-Over) oder der zusätzlich bestellbaren, individuellen Beschreibung durch das BIT-Zentrum werden empfohlen.

Neben dem Erstellen von 3D-Drucken bietet das BIT-Zentrum weitere Dienstleistungen an: Je nach individuellem Kundenwunsch werden vom Fachbuch über Romane bis hin zur Gebrauchsanleitung Texte aller Art in Punktschrift, Großdruck, barrierefreie PDFs oder Audioversion umgesetzt.

Danke an Aktion Mensch e.V.

Der BBSB e.V dankt der Aktion Mensch für ihre finanzielle Unterstützung, die die Anschaffung des 3D-Druckers ermöglichte.

Weitere Informationen zu den Angeboten des BIT-Zentrums finden Sie hier.
Auf der Website des BBSB finden Sie außerdem einen Braille-Übersetzer:

Bei Rückfragen zum BIT-Zentrum und seinen Angeboten steht Ihnen der Leiter des BIT-Zentrums Robert Müller unter 089 55988-235 gerne zur Verfügung.


Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB)

Der BBSB ist die Selbsthilfeorganisation der rund 80.000 blinden und sehbehinderten Menschen in Bayern sowie der Personen, deren Erkrankung zu Blindheit oder Sehbehinderung führen kann. Er vertritt ihre Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Ziel des BBSB ist, blinden und sehbehinderten Menschen ein selbstbestimmtes und möglichst selbständiges Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. In 10 Beratungs- und Begegnungszentren bietet der BBSB wohnortnahe Hilfen an – dazu gehören der ambulante Reha-Dienst mit Schulung in selbständiger Haushalts- und Lebensführung, sozialrechtliche Beratung, individueller Textservice, berufliche Rehabilitation, Austausch mit Gleichbetroffenen, Freizeit und Fortbildung.

Kontakt

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Fax: 0 89/5 59 88-1 79
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Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

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