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Blinde und sehbehinderte Menschen reden mit!

Blinde und sehbehinderte Menschen reden mit!

Die Sozialpolitik 2017

Zum neuen Jahr zog der Landesvorstand des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes e. V. (BBSB) bei seiner Sitzung am 20./21.01.2017 in Saulgrub Bilanz und plante die Eckpunkte der Politik des Vereins.

 

Bundesteilhabegesetz

Nach dem Gesetz ist vor seiner Weiterentwicklung

Der BBSB hat die Entstehung und Verhandlung des Bundesteilhabegesetzes laufend begleitet. Gemeinsam mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV), dem Spitzenverband der Blinden- und Sehbehinderten-Selbsthilfe in Deutschland setzte sich der BBSB für ein Teilhabegesetz ein, dass diesen Namen verdient. "Von den großen Hoffnungen und geweckten Erwartungen blieb nach der Umverteilung der geplanten Mittel nicht viel übrig, der versprochene Paradigmenwechsel bleibt aus", sagt Judith Faltl, Landesvorsitzende des BBSB. "Allerdings trug unsere Überzeugungsarbeit zuletzt dennoch Früchte: Die zwischenzeitlich befürchteten Verschlechterungen - beispielsweise beim Zugang zur Eingliederungshilfe für sehbehinderte Menschen - konnten gemeinsam abgewendet werden."

Der BBSB wird die weitere Entwicklung im Blick behalten: Es gilt, viele ungeklärte Fragen - etwa bei der Abgrenzung verschiedener Teilhabeleistungen - zu klären.

Schulische Inklusion blinder und sehbehinderter Kinder in Bayern

Große Mängel sieht der Landesvorstand des BBSB im Bereich der schulischen Inklusion. "In letzter Zeit erreichen uns verstärkt Beschwerden von Eltern, deren Kinder inklusiv beschult werden", erklärt Faltl. "Den bayerischen Weg, das Wahlrecht zwischen Regel- und Förderschule aufrechtzuerhalten, begrüßen wir sehr. Es muss gelten: Soviel inklusive Beschulung wie möglich – so viel sonderpädagogischer Unterricht wie nötig," schließt Faltl ab.

Der BBSB wird sich im März im Rahmen einer Tagung mit Fachleuten und Betroffenen detailliert mit dem Bedarf und den Problemen der schulischen Inklusion befassen. Ziel ist es, die notwendigen Veränderungen klar und praxisnah zu ermitteln und gegenüber der Landespolitik den Handlungsbedarf aufzuzeigen und einzufordern.

Mehr Teilhabe für hochgradig sehbehinderte Menschen in Bayern

Bei ihrer Klausur in St. Quirin beschloss die CSU-Fraktion im August letzten Jahres, ein abgestuftes Blindengeld für hochgradig sehbehinderte Menschen einzuführen. Dafür wurden am 08.12.2016 im Rahmen des Doppelhaushalts ab 2018 rund 12 Mio. Euro eingestellt.

"Wir gehen von einem Nachteilsausgleich für hochgradig sehbehinderte Menschen in Höhe von 30 Prozent des vollen Blindengeldes aus," erklärt Judith Faltl. Laut den Angaben des Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) geht es um rund 5.000 Betroffene (Stand Ende 2015).

"Derzeit sind einige Fragen allerdings noch ungeklärt: Sowohl die Anrechnung von Pflegegeld als auch der Nachteilsausgleich für hochgradig sehbehinderte Menschen, die zusätzlich eine an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit haben, müssen gesetzlich geregelt werden", stellt die Landesvorsitzende fest.

Definition

Als gesetzlich blind gelten Personen, die weniger als 1/50 auf dem besseren Auge sehen oder eine vergleichbare Einschränkung haben.
Hochgradig sehbehinderte Menschen haben einen Visus (Sehschärfe) von weniger als 5% auf dem besseren Auge, ohne blind zu sein. Auch hier werden ähnlich gelagerte Fälle berücksichtigt. Ihr Bedarf an Hilfsmitteln und Unterstützung bei Alltagsverrichtungen, Kommunikation und Mobilität ist ähnlich wie der eines blinden Menschen.

Pressekontakt

Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB), Elke Runte, Leitung Bereich Kommunikation, Telefon: 0 89/5 59 88-1 32 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Internet:www.bbsb.org

Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB)

Der BBSB ist die Selbsthilfeorganisation der rund 80.000 blinden und sehbehinderten Menschen in Bayern sowie der Personen, deren Erkrankung zu Blindheit oder Sehbehinderung führen kann. Er vertritt ihre Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Ziel des BBSB ist, blinden und sehbehinderten Menschen ein selbstbestimmtes und möglichst selbständiges Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. In 10 Beratungs- und Begegnungszentren bietet der BBSB wohnortnahe Hilfen an – dazu gehören der ambulante Reha-Dienst mit Schulung in selbständiger Haushalts- und Lebensführung, sozialrechtliche Beratung, individueller Textservice, berufliche Rehabilitation, Austausch mit Gleichbetroffenen, Freizeit und Fortbildung.

 

Kontakt

Leitung Bereich Kommunikation

Elke     Runte
Arnulfstraße 22
80335 München
Telefonnummer: 0 89/5 59 88-1 32
Fax: 0 89/5 59 88-1 79
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Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

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80335 München
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