Johanna Helbig
Referentin für FundraisingLandesgeschäftsstelle
Arnulfstr. 22
80335 München
Seit 200 Jahren ermöglichen sechs kleine Punkte, angeordnet wie die sechs Augen auf einem Würfel, Informationen zu lesen, Texte zu schreiben, zu rechnen und vieles mehr – auf der ganzen Welt! Sie ist der Schlüssel zu Bildung, Beruf und Teilhabe, auch im digitalen Zeitalter. Das Beratungs-, Informations- und Textservice-Zentrum (BIT) des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes e. V. (BBSB) bietet deshalb für viele Menschen mit Sehbehinderungen maßgeschneiderte Textservices an, auch für Personen mit geringem Budget. Gegen eine Schutzgebühr wird hier Literatur in Blindenschrift produziert, vom Koch- bis zum Sachbuch, vom Krimi bis zum Kinderbuch, natürlich auch für Nora.
Mithilfe von Spenden kann das BIT diesen wichtigen Service ausbauen und noch mehr Sehbehinderten Zugang zu Literatur ermöglichen. So erhalten blinde und sehbehinderte Menschen nicht nur Zugang zu Informationen, sondern können diese auf ihre individuelle Art und Weise erleben.
Mit 16 Jahren erfand Louis Braille 1825 in Frankreich die Blindenschrift. Louis verlor im Alter von nur drei Jahren durch einen Unfall sein Augenlicht. Als der intelligente Junge später am Nationalen Blindeninstitut in Paris lernte, kam er in Kontakt mit dem System der Punktschrift von Charles Barbier. Dieser hatte für das Militär eine „Nachtschrift“ entwickelt, die im Dunkeln zu ertasten und zu entziffern sein sollte.
Braille erkannte das Potential und entwickelte die Schrift weiter, indem er die Anzahl der zu erfühlenden Kästchen stark reduzierte. Das Ertasten der Punkte erleichterte sich dadurch. In einer Zeit, in der es noch keine elektronischen Medien gab, kein Radio, kein Fernsehen, kein Telefon und die Menschen neben dem Hörensagen nur durch Druckerzeugnisse Neuigkeiten oder Wissen erfuhren, war diese Erfindung bahnbrechend. Blinde und sehbehinderte Menschen erhielten endlich die Möglichkeit, wie alle anderen am Leben aktiv teilzunehmen.
Nach dem Klingeln füllt sich langsam der Unterrichtsraum. Sascha Schulze, von Geburt an blind, sitzt bereits an einer Braille-Schreibmaschine und wartet auf seine Schülerin Nora. Die Schülerin findet ihren Platz und sofort beginnt der Einzelunterricht.
„Die meisten Kinder können Braille, aber es gibt bei meinen Schüler*innen noch einen zusätzlichen Bedarf“, erklärt Schulze. „Die Kinder lernen am Perkins Brailler. Diese Schreibmaschine ist mit neun Tasten für eine Vielzahl von Anwendungen konzipiert. Jeder kann mit ihr Lesen lernen, aber auch komplexe Mathematikaufgaben lösen.“
Er unterrichtet auch Schüler mit Migrationshintergrund in Grammatik oder Kinder, die erst kürzlich ihr Augenlicht verloren haben. „Ich möchte mit meiner Arbeit den Kindern Mut machen, aktiv und selbstbestimmt am Leben teilzunehmen, so wie ich es gelernt habe.“
Die Arbeit mit den Schüler*innen macht Schulze nur nebenberuflich. In seinem Hauptberuf ist er Autor und Redakteur für Audiodeskription.
„Audiodeskription ist ein Verfahren, das blinden und sehbehinderten Menschen ermöglichen soll, visuelle Vorgänge besser wahrnehmen zu können. Dabei wird die Handlung mit einem akustischen Kommentar versehen, um sie für das Publikum erfassbar zu machen.“

Sascha Schulze bietet den Braille-Kurs auch für den BBSB e. V. an. Bitte spenden Sie, damit noch mehr Menschen aktiv am Leben teilnehmen können.
Jeder Beitrag, unabhängig von seiner Höhe, hilft!
Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e. V.
SozialBank
IBAN DE98 3702 0500 0007 8317 00
BIC BFSWDE33XXX
Oder spenden Sie hier ganz einfach online:
Jetzt spendenSpender und Mitglieder unterstützen den BBSB, weil …
„dieser Bund sich wirklich für die blinden Menschen einsetzt und alles, was möglich ist, dafür tut”
„er meine Interessen vertritt und mir mit Rat und Tat hilft, selbstständig zu bleiben”
„Sie durch Ihre Arbeit neue Hoffnung, Mut, Lebensfreude und Lebensqualität zurückgeben. Und man wird in allen Lebenslagen unterstützt, wie mit Hilfsmitteln für den Alltag usw.”
„Beim Wochenende in Saulgrub haben wir wieder neue, spannende Möglichkeiten der Bewegung für unseren blinden Sohn entdeckt. Der Austausch mit Gleichgesinnten ist für Kinder wie auch für Eltern einfach unbezahlbar”
Heidi H.
Hier finden Sie mehr Informationen über die Arbeit des BBSB e.V.
Projekte des BBSB e. V.Lesen Sie in unserem Geschäftsbericht nach, wie wir unsere Gelder für blinde und sehbehinderte Menschen eingesetzt haben
Geschäftsbericht