Barrierefreiheit am Arbeitsplatz endlich umsetzen – BBSB-Inform – 05.08.2025
Sehr geehrte Damen und Herren,
Pressemitteilung
Barrierefreiheit am Arbeitsplatz endlich umsetzen
München, 05.08.2025. Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB) und die Vereinigung Kommunaler Interessensvertreter von Menschen mit Behinderung in Bayern e.V. (VKIB) fordern konsequentes Handeln Trotz klarer gesetzlicher Vorgaben stoßen blinde und sehbehinderte Menschen im Berufsleben weiterhin auf digitale Hürden. Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB) und die Vereinigung Kommunaler Interessensvertreter von Menschen mit Behinderung in Bayern e.V. (VKIB) fordern deshalb, dass Barrierefreiheit in der digitalen Arbeitswelt endlich flächendeckend umgesetzt wird.
„Die Rechtslage ist eindeutig: Öffentliche Arbeitgeber sind verpflichtet, barrierefreie digitale Arbeitsmittel bereitzustellen, das gilt auf kommunaler wie auf Landesebene“, betont Judith Faltl, Landesvorsitzende des BBSB e. V. „In der Praxis erleben wir jedoch häufig, dass diese Verpflichtung nicht eingehalten wird – mit gravierenden Folgen für die Betroffenen.“
Viele gängige Programme sind mit Screenreader-Technologien nicht oder nur eingeschränkt nutzbar. Komplexe Bedienoberflächen, fehlende Alternativtexte oder nicht zugängliche Formulare erschweren die tägliche Arbeit oder verhindern sie ganz. Die Folge: qualifizierte Fachkräfte bleiben außen vor, Arbeitgeber verlieren wertvolles Potenzial.
Gerade mit Blick auf den zunehmenden Fachkräftemangel können sich Verwaltungen und Unternehmen nicht leisten, auf gut ausgebildete, motivierte Menschen zu verzichten. Digitale Barrierefreiheit ist kein zusätzlicher Aufwand, sondern Voraussetzung für eine inklusive und zukunftsfähige Arbeitswelt. Wer Arbeitsplätze konsequent barrierefrei gestaltet, stärkt nicht nur die Teilhabe, sondern auch die eigene Innovations- und Leistungsfähigkeit.
BBSB und VKIB appellieren an die Bayerische Staatsregierung:
1. Verpflichtung zur Barrierefreiheit konsequent umsetzen: Der Freistaat Bayern, seine Behörden, Kommunen und öffentlich-rechtlichen Institutionen müssen digitale Arbeitsmittel zugänglich gestalten – wie es das Gesetz vorsieht.
2. Beschaffung neu ausrichten: Künftig darf nur noch Software beschafft werden, die barrierefrei ist – und zwar auf allen Ebenen der Verwaltung.
3. Technische Standards nutzen: Die bestehenden Normen und technischen Lösungen müssen verbindlich und praxisnah angewendet werden.
Pressekontakt
Gundhild Heigl
Leitung Öffentlichkeitsarbeit & Fundraising mailto:gundhild.heigl@bbsb.org
Telefon: 0 89 55 9 88 132
Internet: http://www.bbsb.org
Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB) Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB) ist die Selbsthilfeorganisation der rund 100.000 blinden, sehbehinderten und zusätzlich gehandikapten Menschen in Bayern. Er vertritt ihre Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Ziel des BBSB e.V. ist es, blinden und sehbehinderten Menschen ein selbstbestimmtes und möglichst selbstständiges Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. In zehn Blickpunkt Auge-Beratungsstellen bietet der BBSB e.V. wohnortnahe Hilfen an – dazu gehören der ambulante Reha-Dienst mit Schulung in selbständiger Haushalts- und Lebensführung, sozialrechtliche Beratung, individueller Textservice, berufliche Rehabilitation, Austausch mit Gleichbetroffenen, Freizeit und Fortbildung.
Die Vereinigung Kommunaler Interessensvertreter von Menschen mit Behinderung in Bayern e.V. (VKIB) ist der Zusammenschluss der kommunalen Behindertenbeauftragten, der kommunalen Behindertenbeiräte und der Inklusionsbeauftragten in Bayern. Die VKIB ist somit das Sprachrohr aller kommunalen Interessenvertreter für Menschen mit Behinderung und chronisch kranker Menschen auf Landesebene. Die VKIB setzt sich seit mehr als 20 Jahren auch auf landespolitischer Ebene, unter anderem durch die Mitgliedschaft im Landesbehindertenrat Bayern, für eine verbesserte Teilhabe und mehr Inklusion in allen Lebensbereichen ein.
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