Donnerstag, 14. Mai 2020

Kleine Tipps mit großer Wirkung vom Rehadienst des BBSB: Alles über Masken und wie selbst ohne Nähen eine Maske herstellen – BBSB-Inform – 14.05.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

Seit 2 Wochen gibt es in den meisten Bundesländern die Maskenpflicht, also die Auflage einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Das Robert-Koch-Institut rät davon ab, als Privatperson Einmal-Masken zu kaufen und zu tragen, da diese schnell durchfeuchten, nicht dicht genug schließen und bei der zu erwartenden Zeitdauer der Maskenpflicht zu einer Unmenge an benötigten Masken führen würde.

  1. Was gilt als Mund-Nasen-Schutz
  2. Wie kann ich mir diesen selbst anfertigen auch, wenn ich nicht nähen kann
  3. Was sollte ich beim Tragen beachten
  4. Desinfektion von Mund-Nasen-Schutz
  5. Pflege der Mund-Nasen-Schleimhäute
  6. Was gilt als Mund-Nasen-Schutz/ Behelfsmaske
    In der Verordnung ist nur von einer textilen Mund-Nase-Bedeckung die Rede, es wird kein bestimmter Maskentyp vorgeschrieben. Konkret genannt werden Alltagsmasken, Schal, Tuch. Es muss also keine medizinische Schutzmaske sein. Wichtig ist, dass Mund und Nase bedeckt sind. Je dichter das Material ist und je besser der Mund-Nasen-Bereich abgedeckt ist, desto besser ist der Schutz. Und zwar in erster Linie der Schutz des Anderen.
  7. Wie kann ich mir diesen selbst anfertigen auch, wenn ich nicht nähen kann
    Sicher haben inzwischen die meisten von Ihnen solch´ einen Schutz. Da einer jedoch nicht ausreicht und man manchmal einfach schnell einen zur Hand haben muss, hier ein paar Möglichkeiten auf die man ausweichen kann.

Die einfachste Art eines Schutzes ist ein sogenanntes Multifunktionstuch, auch Halswärmer oder Schlauchschal genannt. Ein schmal geschnittener, längerer, dehnbarer Textilschlauch, den man sich über den Kopf zieht und am Hals trägt, wie einen Rollkragen. Durch seine Dehnbarkeit und Elastizität kann man nun einfach beim Betreten eines Geschäftes den oberen Rand dieses Schlauches nach oben über Mund und Nase ziehen. Fertig ist der Schutz. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass man lieber einen etwas festeren bzw. dichteren Stoff wählt.

Wenn Sie ein Langarm-T-Shirt besitzen, welches Sie vielleicht sowieso schon aussortieren wollten, können Sie dieses nun gut verwenden.
Sie benötigen für eine selbstgemachte Maske: ohne Nähen
1 T-Shirt mit langen Armen, eine Schere und 2 Haargummis oder Haushaltgummis.
Legen Sie das T-Shirt vor sich auf einen Tisch. Sie benötigen nur die Ärmel des T-Shirts.
Schneiden Sie also die Ärmel des T-Shirts ab.Das T-Shirt können Sie nun zur Seite legen.
Da der ganze Ärmel zu lang ist, müssen Sie ihn ein Stück kürzen.
Sie nehmen einen Ärmel und legen, um ein ungefähres Maß zu haben, ein DIN A4 Heft (oder eine Punktschriftpapierseite) auf mittig den Ärmel und zwar so, dass die lange Seite des Heftes die Länge des ausgeschnittenen Stückes ist.
Schneiden Sie an den beiden kurzen Seiten entlang. Sie haben nun einen schmalen Schlauch aus dem Ärmel geschnitten.
Diesen legen Sie nun mit der langen Seite zu sich vor sich auf den Tisch.
Nun brauchen Sie die beiden Gummis. Einen der Gummis fädeln Sie über das rechte Ende, einen über das linke Ende.
Wenn Sie mit dem Fädeln keine Probleme haben, können Sie direkt zum nächsten Absatz springen, sonst erklären wir das Fädeln kurz.
Nehmen Sie den Gummi in die (für Rechtshänder) linke Hand, bringen mit der rechten Hand den Daumen, Zeige- und Mittelfinger so mit den Fingerspitzen zusammen, als wollten Sie damit einen kleinen Gegenstand greifen. Mit diesen 3 Fingern greifen Sie nun in den Gummi und spreizen die Finger auseinander, so dass der Gummi um die Finger etwas spannt. Zwischen den Fingern entsteht so ein Zwischenraum.
Nehmen Sie nun mit der linken Hand ein Ende des Ärmelschlauches so, dass Sie den Stoff in den Zwischenraum der Finger der rechten Hand schieben können. Die drei Finger greifen nach dem Stoff und Sie ziehen mit der linken Hand den Gummi von der rechten Hand weg auf den Schlauch. Das gleiche wiederholen Sie nun auf der anderen Seite des Ärmelschlauches, wobei Sie diesen, entweder, auf dem Tisch liegend, vor sich drehen, oder den Gummi nun mit der anderen Hand aufnehmen.

Wenn Sie damit fertig sind, haben Sie vor sich den Ärmelschlauch liegen, an dessen beiden Enden ein Gummi lose darüber gezogen ist.
Schieben Sie nun die Gummis jeweils ein Stück (ca. handbreit) vom Rand weg, Richtung Mitte.
Nun schlagen Sie den rechten und den linken Rand zur Mitte um, so als wollten Sie eine Buchseite umblättern.
Die nach innen geschlagenen Stoffenden sind auch die Innenseite Ihrer Maske.
Sie greifen nun auf beiden Seiten in den Gummi, heben die Maske damit vor Mund und Nase und ziehen sich die Gummis über die Ohren.
Nun ist Ihr Mundschutz schon fertig.

Eine weitere Variante um aus einem Ärmelstück eine Bedarfsmaske zu basteln, kommt mit noch weniger Material aus.
Sie schneiden wieder ein Stück aus einem T-Shirt-Ärmel (Langarm). Diese kann etwas kürzer sein als in der vorherigen Variante.
Legen Sie nun Ihren Ärmelschlauch wieder vor sich auf den Tisch, so dass die längere (geschlossene) Seite zu Ihnen zeigt.
Machen Sie nun am rechten Ende, etwa 1-2 cm von der Kante entfernt einen vertikalen Schnitt von unten bis etwa zur Mitte des Schlauches.
Das Gleiche machen sie auf der linken Seite.
Nun sind zwei Schlaufen entstanden, die Ihre Maske am Ohr halten können.
Greifen Sie nun auf beiden Seiten in die Schlaufen, ziehen Sie die Hände ein bisschen auseinander und führen Sie die Maske so vor das Gesicht.
Die Schlaufen stülpen Sie über Ihre Ohren.
Fertig ist der Mund-Nasen-Schutz.

Der Vorteil bei diesen beiden Masken ist, dass man, wenn man möchte, noch ein Taschentuch o.ä. in den Schlauch schieben kann um die Filterwirkung zu verstärken.

Auch aus einem (Geschirrhand-, oder Hals-)Tuch kann man sich auf eine einfache Art, ohne Nähen, einen Bedarfsmundschutz anfertigen. Gut geeignet ist eine Bandana, ein etwa 60x60 cm großes Tuch.
Man benötigt außer dem Tuch, zwei Haargummis oder Haushaltgummis.
Beim Tuch sollte man darauf achten, dass der Stoff recht dicht ist (Atemprobe machen, man muss noch gut ein- und ausatmen können, wenn man sich den Stoff vor Mund und Nase hält)
Das Tuch sollte mindestens bei 60 Grad, waschbar sein.
Seidentücher eignen sich nicht.
Legen Sie das Tuch vor sich auf den Tisch. Bei einem rechteckigen Tuch so, dass die kurze Seite zu Ihnen zeigt.
Nun wird das Tuch in der Mitte gefaltet, also die obere (kurze) Kante wird nach unten auf die bei Ihnen liegende Kante geklappt.
Der Stoff liegt nun doppelt.
Nun wird die obere Kante wieder nach unten, aber nicht bis auf die Kante, sondern nur bis ungefähr zur Mitte des Stoffes geklappt.
Danach wird die untere Kante des Stoffes ebenfalls, diesmal nach oben, zur Mitte geklappt.
Nun kommt wieder der Trick mit den Gummis, den Sie bereits von der ersten Ärmelmaske kennen.
Also rechts und links Gummis über die Enden fädeln, diese zur Mitte hin einschlagen, an den Gummis aufnehmen und die Maske vor das Gesicht führen und mit den Gummis an den Ohren befestigen.
Wenn man ein Geschirrhandtuch benutzt sollte man es vorher halbieren, da der Stoff sonst zu sehr aufträgt.
Der Vorteil einer Geschirrhandtuchmaske ist, dass man das Tuch problemlos bei 95 Grad waschen kann.

  1. Was sollte ich beim Tragen beachten
    Wenn Sie die Maske unterwegs aufsetzen, kann es sein, dass Sie vorher schon an Gegenstände gefasst haben, die belastet sind.
    Das muss nicht unbedingt das Covid 19 Virus sein, nein, auch andere Bakterien tummeln sich auf Alltagsgegenständen.
    Deshalb achten Sie beim Anlegen der Maske darauf, dass Sie möglichst ihre Hände vorher waschen oder desinfizieren.
    Wenn Sie lange Haare haben, ist es besser, diese zusammen zu binden.
    Wenn Sie eine Maske mit Gummibefestigung für die Ohren haben, ziehen Sie die Maske über die Ohren, greifen sie dann jeweils mit Daumen und Zeigefinger an den oberen und unteren Rand der Maske und ziehen Sie diese so auseinander, dass sie unterhalb des Kinns und auf dem Nasenrücken abschließt.
    Hat die Maske einen Metalldraht eingearbeitet, achten Sie vorher darauf, dass dieser auf der Nase zum Anliegen kommt.
    Pressen Sie nun mit Daumen und Zeigefinger den Draht oberhalb des rechten und linken Nasenflügels an die Nasenwände, so, dass er fest genug sitzt ohne Sie beim Atmen einzuschränken.

Beim Abnehmen der Maske fassen Sie diese nur an den Ohrbefestigungen oder an den Bändern an und nicht im Mund-Nasen-Bereich.
Dieser kann bereits durchfeuchtet sein oder es können sich Tröpfchen einer anderen Person an der Oberfläche befinden.
Stecken Sie die Maske dann in einen Plastikbeutel und desinfizieren Sie sie am selben Tag.
Wenn möglich, waschen oder desinfizieren Sie sich die Hände.

  1. Desinfektion von Mund-Nasen-Schutz
    Jede Maske sollte möglichst nach jedem Tragen, oder zumindest täglich desinfiziert werden. Eine Maske mit Desinfektionsmittel zu besprühen sollte man tunlichst unterlassen. Dieses kann die Mund- und Nasenschleimhäute extrem reizen und zu Atemproblemen führen. Doch wie kann man die Masken behandeln um die Viren abzutöten?

Dazu gibt es die unterschiedlichsten Methoden. Dabei spielt Hitze die wichtigste Rolle, da das Virus Hitze nicht mag.

  1. Die Backofenmethode (Empfehlung durch das RKI für Einmalmundschutz)
    Dazu heizt man den Backofen auf mind. 60 Grad vor (FFP 2 Masken dürfen nicht stärker erhitzt werden), legt die Maske auf einen Rost und belässt sie für mindestens 30 Minuten darin. So (und nur so!) können auch Einmalmasken desinfiziert werden. Die Maske darf bei dieser Methode allerdings nur vom selben Träger wiederbenutzt werden, da so zwar das Virus, nicht aber alle sonstigen Bakterien etc. abgetötet werden.
    ACHTUNG! Nicht den Raum verlassen, ein Backofen kann in den unterschiedlichen Bereichen Temperaturunterschiede haben. Wenn es anfängt verbrannt zu riechen, Backofen sofort ausschalten und abkühlen lassen.
  2. Die Bügeleisenmethode
    Diese ist eine sehr sichere Methode um nicht nur Viren, sondern auch Bakterien und Pilze abzutöten. Die Maske einfach von beiden Seiten mit einem Dampfbügeleisen und dort mit der Dampfeinstellung bügeln. ACHTUNG! Am besten Baumwollhand-schuhe dabei anziehen. Dann verbrennt man sich nicht mit dem heißen Wasserdampf.
    Gut trocken lassen, am besten in der Sonne.
  3. Die Wasserdampfmethode
    Wenn Sie eine Maske mit Ohrgummis haben, füllen Sie einen Topf mit Griffen mit (warmem) Wasser. Die Griffe sind der Ohrersatz, d.h. sie legen die Maske auf den Topf und befestigen sie mit den Gummis an den Griffen. Bringen Sie nun das Wasser im Topf zum Kochen und lassen Sie die Maske einige Minuten im Wasserdampf.
    ACHTUNG! Nicht bei Gasherden anwenden, wenn die Flamme über den Topfboden hinausgeht, können die Griffe zu heiß werden und den Gummi ansengen.
    Wieder gut trockenen lassen, am besten in der Sonne.
  4. Die Heißwassermethode
    Legen Sie die Maske in ein hitzebeständiges Gefäß. Geben Sie einige Tropfen Wasch- oder Spülmittel darauf. Bereiten Sie kochendes Wasser zu und gießen Sie dieses über die Maske in das Gefäß. Lassen Sie es einige Minuten darin liegen, wenn sie die Maske mit einem Kochlöffel etwas hin- und her bewegen, können Sie sicher sein, dass alle Teile durchtränkt werden.
  5. Waschen in der Waschmaschine
    Gerade selbstgenähte oder gebastelte Stoffmasken können sehr gut in der Waschmaschine gewaschen werden. So heiß wie möglich, mindestens jedoch bei 60 Grad.
    ACHTUNG! Danach nicht in den Trockner! Dort tummeln sich auch gerne noch Bakterien. Lieber wieder in die Sonne legen.

5.Pflege der Mund-Nasen-Schleimhäute
Beim längeren Tragen des Mundschutzes, z.B. auf einer langen Zugfahrt, wird die Haut unter dem Schutz, durch die Feuchtigkeit die sich auf der Haut ablagern kann, aber auch durch mangelnde Belüftung strapaziert. Das kann zu rissigen Lippen, trockenen Nasenschleimhäuten oder auch zu Hautirritationen führen. Wenn man also weiß, dass einem eine längere Tragezeit bevorsteht ist es gut, diesen Bereich schon vorsorglich zu pflegen. Das kann z.B. eine Lippenpflege mit Honig und/oder Olivenöl sein, oder das Fetten der Nasenschleimhäute mit Panthenol.

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