Dienstag, 26. Oktober 2021

Neue berufliche Chance? Blinden und sehbehinderten Menschen helfen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen – BBSB-Inform – 26.10.2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ruth Nolte, Mitarbeiterin des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes sagt: „Ich mache diesen Beruf sehr gern“
Reha-Fachkräfte helfen blinden und sehbehinderten Menschen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen

Wenn Sie mich fragen, warum ich diesen Beruf gewählt habe, sage ich Ihnen, dass meine persönliche Einstellung, ein freies unabhängiges Leben führen zu wollen, der Grund war, diesen zweiten Beruf vor über dreißig Jahren an der blista zu erlernen.
Damals arbeitete ich als Heilerziehungspflegerin im Internat einer Blindenschule. Ich wollte spezielle Kenntnisse und Techniken lernen, um diese an blinde und sehbehinderte Menschen weiter zu vermitteln,
erklärt Ruth Nolte, Reha-Fachkraft beim BBSB ihre starke innere Motivation, Menschen mit einer Sehbehinderung zu helfen.

Ähnliches gilt für Claudia Stern, die in diesem Jahr ihre nebenberufliche Ausbildung zur Reha-Fachkraft abgeschlossen hat.
„Ich mache diesen Beruf sehr gern. Er ist sehr vielseitig.
Ich arbeite mit Menschen, die unterschiedliche Bedürfnisse haben – sie sind blind, sehbehindert, haben zusätzlich körperliche Einschränkungen oder kognitive. Manche sind taubblind“, sagt Stern.

Zuhören und Vertrauen aufbauen
Ruth Nolte berichtet, dass es am wichtigsten aber auch am schwersten sei, sich in die Situation eines Sehbeeinträchtigten hineinzuversetzen.
Bei jedem Kontakt mit den Betroffenen und den Angehörigen versuche sie, genau zuzuhören und Vertrauen aufzubauen.
Schon im ersten Telefongespräch möchte sie möglichst gut verstehen, was die oder der Ratsuchende braucht.
Die Themen sind so vielfältig wie die Menschen.
Oft geht es ums Essen: Wie schneide ich Gemüse oder wie esse ich Salat, ohne dass ich kleckere?
Das seien häufige Fragen, sagt Nolte. Die Ratsuchenden möchten auch weiterhin im Restaurant essen.
Ihnen sei es aber wichtig, nicht „negativ“ als blinde oder sehbehinderte Person aufzufallen.
Ein Training im Umgang mit Lebensmitteln und Speisen könne ihnen Sicherheit vermitteln.
„Am Anfang des Trainings setze ich gerne Knetmasse ein.
Dies hat den Vorteil, Essen immer wieder neu formen zu können und die Techniken zum Schneiden im Teller oder auf dem Schneidebrett wiederholend zu üben.
Und es geht nichts daneben. Erst später setze ich Lebensmittel ein, die dann gleich verarbeitet werden können.
Wir bereiten dann zum Beispiel Salat zu oder braten den zuvor selbst kleingeschnittenen Leberkäse.“

„Ihr Weg geht weiter“ – dieses Motto möchte Claudia Stern in ihren Beratungen gerne an ihre Klienten weitergeben.
Sie weiß, dass Menschen, die erblinden oder bei denen eine schwere Augenerkrankung diagnostiziert wurde, anfangs oft verzweifeln.
Sie weiß aber auch, dass Alltagstraining ihren Klient*innen hilft, bald wieder besser zurechtzukommen und sich beispielsweise selbst wieder etwas kochen zu können, Geld zu zählen oder mit der Hand unterschreiben zu können.

Kochen, Einkaufen, Wäsche waschen, der Weg zur Arbeit – all das ist Alltag. Für blinde und sehbehinderte Menschen ist es jedoch ungleich schwerer, sich diesen Alltag zu erarbeiten.
Reha-Fachkräfte wie Ruth Nolte oder Claudia Stern helfen ihnen, ihr Leben und ihren Alltag (neu) zu organisieren.

Reha-Fachkräfte arbeiten in zwei Feldern: Lebenspraktische Fähigkeiten (LPF) und Orientierung & Mobilität (O&M).
Das Erlernen lebenspraktischer Fähigkeiten (LPF) und die Schulung in Orientierung und Mobilität (O&M) ermöglichen den Betroffenen ein unabhängigeres freieres Leben führen zu können.
Die individuelle Schulung in LPF ist für Betroffene in Bayern kostenlos.

Vollzeitausbildung bei der blista:
Der BBSB e.V. finanziert den Eigenanteil der Vollzeitausbildung für passende Kandidat*innen. Sie ist somit für die Teilnehmenden kostenlos.
Die Vollzeitausbildung wird von der blista, dem Bundesweiten Kompetenzzentrum für Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung in Marburg durchgeführt.

Für wen ist diese Ausbildung geeignet?
• Sie haben eine abgeschlossene mindestens 3-jährige oder gleichwertige Ausbildung in einem pädagogischen, psychologischen, sozialpädagogischen, sozialarbeiterischen, medizinisch-therapeutischen oder pflegerischen Beruf.
• Sie haben eine mindestens 18-monatige Berufserfahrung im pädagogischen, psychologischen, sozialpädagogischen, medizinisch-therapeutischen oder pflegerischen Bereich oder eine sechsmonatige pädagogische oder rehabilitative Tätigkeit mit Menschen mit Blindheit oder Sehbehinderung.
• Berufliche medizinische Qualifikationen aus den Bereichen Optik, Orthoptik oder Optometrie können im Einzelfall eine Aufnahme an die Fachschule ermöglichen, wenn die Eignung für die Arbeit mit blinden oder sehbehinderten Menschen durch zusätzliche pädagogische, beraterische oder pflegerische Kenntnisse, berufliche Erfahrungen oder Zusatzqualifikationen nachgewiesen wird.
• physische und psychische Belastbarkeit
• Nachweis über die Versetzung in die Einführungsphase einer öffentlichen oder staatlich anerkannten gymnasialen Oberstufe oder ein Zeugnis des mittleren Abschlusses oder ein als gleichwertig anerkanntes Zeugnis

Dauer: 12 Monate, Vollzeit; Ort: Marburg
Kosten: 20.500 € zzgl. Prüfungsgebühr 140 €

NEU: Der Eigenkostenanteil (4.200 €) für die Vollzeit-Weiterbildung Reha-Fachkraft (LPF/O&M) wird vom Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. für geeignete Kandidat*innen übernommen.
Somit ist die Ausbildung für die Teilnehmenden kostenlos.
Notwendig ist eine Bewerbung, über die im Einzelfall nach Bedarf, Haushaltslage und fachlicher sowie persönlicher Eignung entschieden wird.
Bis zu einer endgültigen Zusage besteht kein Rechtsanspruch.

Wichtig: Es besteht die Möglichkeit, nur einen Teil der Weiterbildung in Marburg zu absolvieren:
Nach ca. 7,5 Monaten kann die Weiterbildung zu Hause beendet werden, wenn es geeignete Praxisanleiterinnen gibt. Die Teilnehmerinnen müssen jedoch zu den Fallbesprechungen nach Marburg reisen.

Kontakt beim BBSB
Sekretariat der Landesgeschäftsführung, Alexandra Bauer
Telefon: 0 89 55 9 88 124
E-Mail: alexandra.bauer@bbsb.org

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