BBSB-Inform am 20.08.2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
neben dem inhaltlichen und finanziellen Rückblick auf das Jahr 2025 befasste sich der Landesausschuss des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes e. V. (BBSB) in seiner jüngsten Sitzung intensiv mit aktuellen Projekten, politischen Entwicklungen und wichtigen Beschlüssen für das laufende Jahr 2026.
Unsere Aktiven in den Referaten, beim Forum Arbeit und Beruf (FArBe) sowie in den Bezirksgruppen gestalten das Jahr 2026 mit großem Engagement. Hier finden Sie die wichtigsten Höhepunkte im Überblick:
Aktuelles aus FArBe und den Referaten
- Forum Arbeit und Beruf (FArBe): Das Team präsentierte seine Angebote unter anderem beim Tag der offenen Tür am SBZ Unterschleißheim und ist beim Maifest des bbs Nürnberg aufgetreten. Für den 1. August 2026 steht ein Workshop zum Thema „Blinde und sehbehinderte Führungskräfte“ in München an, für den bereits zahlreiche Anmeldungen vorliegen. Zudem wird eine Umfrage an Schulen und Ausbildungsstätten vorbereitet, um Angebote noch gezielter auf die Bedürfnisse von Nachwuchskräften abzustimmen. Ein internes Fortbildungswochenende zum Thema Langzeitarbeitslosigkeit ist für Oktober geplant.
- Führhundangelegenheiten: Neben einer Stadtrallye in Würzburg zum Thema Zutrittsrechte und Reisen führte das Referat Aufklärungsarbeit beim Bayerischen Landeskriminalamt durch. Zahlreiche Schulbesuche, Beratungsstände sowie Vorbereitungen für das Führhundhalter-Seminar im November im AURA-HOTEL Saulgrub prägen das Jahr.
- Sehbehindertenbelange: Rund um den Sehbehindertentag im Juni organisierten die Teams kreative Mitmach-Aktionen – von gemeinsamen Kochevents unter Simulationsbrillen in Schwabach und Regensburg über Infostände bis hin zu einem Lehrfilm der Bezirksgruppe Oberbayern-München.
- Elternarbeit: Erfolgreiche Veranstaltungen wie das Inklusionswochenende und die ausgebuchte Familienfreizeit im August im AURA-HOTEL Saulgrub zeigen die hohe Nachfrage. Zudem gab es informative Einblicke bei der Mediablis Bayern zur Übertragung von Schulbüchern und Lernmaterialien.
- Höreinschränkung und Senioren: Im Fokus stehen der Ausbau von Assistenz- und Begleitdiensten, fachliche Beratungen, Informationsmaterialien zum Schutz vor Trickbetrug sowie die Erprobung moderner Höranlagen.
- Jugend und Ausbildung: Die Jugendarbeit punktete mit einer Winterfreizeit in Saulgrub, einem Erste-Hilfe-Kurs, dem gemeinsamen Besuch von Kulturfestivals wie „Umsonst + Draußen“ in Würzburg sowie einem engagierten Auftritt beim Münchner Selbsthilfetag. Ergänzt wird das Programm durch regelmäßige lokale und digitale Jugendtreffs.
- Elektronische Hilfsmittel: Im Bereich der Hilfsmittel für blinde Menschen wurden im ersten Halbjahr knapp 60 Beratungen durchgeführt. Nach dem Besuch der Fachmesse SightCity in Frankfurt liegt ein Schwerpunkt auf der Produktion von Audiobeiträgen für den Podcast Sightviews, der Trends wie Offline-KI-Lösungen und neue Braillezeilen beleuchtet.
Einblicke aus den Bezirksgruppen
Auch regional wird in ganz Bayern hervorragende Arbeit geleistet:
- Schwaben-Augsburg: Ein volles Programm mit Kultur- und Freizeitangeboten wie einer blinden- und sehbehindertengerechten Führung im Augsburger Zoo, Spargelessen und Ausflügen wird ergänzt durch den Ausbau der regionalen BPA-Beratung, etwa am neuen Standort in Dillingen.
- Niederbayern: Neben erfolgreichen Hilfsmittelausstellungen – darunter in Passau und Bad Füssing – stand der Tag der offenen Tür in Plattling im Mittelpunkt, bei dem das Team breite Präsenz zeigte.
- Oberfranken: Besondere Akzente setzten die Pegnitzer Toleranztage mit Selbsterfahrungsangeboten für rund 100 Kinder sowie Vorträge zu Fachthemen wie Augengesundheit und Ernährung.
- Oberbayern-München: Neben Hilfsmittelausstellungen und Ausflügen engagierte sich die Bezirksgruppe bei Praxistests zur Barrierefreiheit, etwa beim Testen von Sprachsteuerungen an Restaurant-Bestellkiosken, und führte Personalschulungen in der Hotellerie durch.
- Unterfranken-Aschaffenburg-Miltenberg: Neben Informationsnachmittagen in den Landratsämtern und der Teilnahme an den Selbsthilfetagen war ein politischer Besuch im Bayerischen Landtag ein besonderes Erlebnis. Ein großartiger Erfolg war zudem das Rotary-Charity-Golfturnier, bei dem 10.000 € an Spenden für die Beratungsarbeit gesammelt werden konnten.
- Unterfranken-Würzburg: Die Gruppe überzeugte mit einer Aufklärungs-Rallye zu Führhundrechten in der Würzburger Innenstadt, der Neueröffnung von BPA-Beratungsstunden in Schweinfurt sowie aktiver Mitgestaltung von Gesundheitstagen und Schul-Aktionsständen.
- Oberbayern-Rosenheim: Mit Informationsständen zur Selbsterfahrung im Landratsamt, Netzwerktreffen zur Stärkung der Zusammenarbeit mit regionalen EUTB-Stellen und stimmungsvollen Gemeinschaftsaktionen vertritt die Bezirksgruppe die Belange des Verbandes vor Ort.
- Oberpfalz: Rund 80 Haus- und 70 Schulbesuche wurden angeboten, es gab Smartphone- und Diabetikertreffs und auch in diversen Gremien vor Ort engagieren sich die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
- Mittelfranken: Beim Infotag „Dein Einsatz zählt – Mitmachen im BBSB Mittelfranken“ wurden die verschiedenen Möglichkeiten, sich ehrenamtlich im BBSB, insbesondere in der Bezirksgruppe Mittelfranken, zu engagieren, vorgestellt. Bei der Frühjahrshilfsmittelausstellung stand die Information zu neuen Geräten und Dienstleistungsangeboten im Vordergrund.
Blick in die Zukunft und politische Arbeit
Politischer Besuch und Ausblick auf die Schule
Ein zentraler Programmpunkt war der Besuch von Susann Enders, MdL und Generalsekretärin der Freien Wähler.
In der Aussprache ging es um die künftige Bereitstellung von Ergänzungskräften für den Braille-Unterricht.
Zudem wurde die Übertragung der Landesfachstelle für Barrierefreiheit an die Bayerische Architektenkammer kritisch thematisiert, da blinde und sehbehinderte Menschen bei diesem Schritt nicht einbezogen wurden und wesentliche Elemente wie die Evaluation durchgeführter Projekte, die wissenschaftliche Begleitung und Weiterentwicklung und die Einbindung der Betroffenen selbst noch nicht geregelt sind.
Zukunft der Beratung und Stärkung der Bezirksgruppen Die Arbeitsgruppe „Perspektiven der Beratung und Mitglieder-Gewinnung“ stellte ihren aktuellen Zwischenstand vor. Einige Empfehlungen aus dem Vorjahr befinden sich bereits in der Umsetzung, darunter der verstärkte fachliche Austausch der Berater sowie die bezirksgruppenübergreifende Zusammenarbeit.
Soziale Reha und personelle Weichenstellungen Ein Vortrag von Prof. Dr. Lauber-Pohle beleuchtete das Thema „Soziale Reha nach Sehverlust“. Im Nachgang vereinbarte der BBSB, gemeinsam mit ihr Positionen für politische Lobbyarbeit zu erarbeiten, um die Qualifizierung von Rehabilitationsfachkräften dauerhaft abzusichern.
Wir danken allen Ehren- und Hauptamtlichen herzlich für ihren unermüdlichen Einsatz im Sinne unserer Mitglieder!
Wer sind die Mitglieder des Landesausschusses?
Der Landesausschuss besteht aus den 7 Mitgliedern des Landesvorstandes und den derzeit 10 Bezirksgruppenleitern.
Der Sprecher / die Sprecherin des Forums Arbeit und Beruf und die Referentinnen und Referenten gehören dem Landesausschuss mit beratender Stimme an.
Ihr BBSB-Inform