Finale des Vorlesewettbewerbs „Lesen um den heißen Braille“

26.11.2025

Ganz schön aufgeregt waren die Teilnehmenden des Braille-Vorlesewettbewerbs am 21. November 2025 in München. Aus gutem Grund, denn unter den Augen und Ohren der kritischen Jury stellten sich acht Teilnehmende dem Wettbewerb.

Die Schirmherren der Veranstaltung sind Schauspielerin Jutta Kammann und Werner Reuss, Programmbereichsleiter „Wissen und Bildung“. Die Bayerische Hörbücherei und der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund führten die Veranstaltung gemeinsam durch.

Der 21. November ist der bundesweite Vorlesetag, an dem in Schulen, Büchereien und Buchhandlungen viele Aktionen und Lesungen stattfinden. Dieses Jahr feiert die Brailleschrift 200jähriges Jubiläum. Um diesen Anlass zu feiern, veranstalteten die Bayerische Hörbücherei (BBH) und der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) e.V. einen Braillevorlesewettbewerb.

In der Vorrunde Ende Oktober traten elf Teilnehmende an. Darunter drei Kinder aus dem Sehbehinderten- und blindenzentrum Südbayern (SBZ). Kinder wie Erwachsene lasen vier Minuten aus mitgebrachter Lektüre. Herausfordernd war das sogenannte „Prima Vista“ Lesen, hier bekamen die Teilnehmenden einen Text vorgelegt, auf den sie sich nicht vorbereiten konnten. Aus dieser Vorrunde kamen drei Kinder und sechs Erwachsene ins Finale.

Ein spannender Wettbewerb, denn nicht nur die Auswahl der unterschiedlichen Lektüren war ein großes Vergnügen. Die Erwachsenen erwarben die Braillekompetenz bereits in der Schule im Kindesalter. Die Altersspanne der erwachsenen Teilnehmenden bewegte sich zwischen Anfang 20 bis zu um die 60 Jahre.

Nun fand am 21. November das Finale statt. Über den Hauptpreis, zwei Übernachtungen im AURA-Hotel Saulgrub, freute sich Annette Pavkovic. Sie gewann in der Kategorie, die die Brailleschrift in der Kindheit erlernten.

Drei Kinder bildeten die Gruppe unter 18 Jahre, hier hatte Ben Rosenbichler die Nase etwas weiter vorne und gewann den ersten Preis.

Mit rund 70 Besucherinnen und Besuchern war es eine rundum gelungene Veranstaltung. Franziska Weigand, Landesvorständin beim BBSB über den Wettbewerb: „Für Regelschüler gibt es Vorlesewettbewerbe. Nach dem Motto ‚gleiches Recht für alle‘ haben wir diesen Wettbewerb für Braillelesende organisiert. Wir freuen uns sehr, dass wir mit dieser Veranstaltung das Thema „200 Jahre Brailleschrift“ in die Öffentlichkeit tragen können.“

Hintergrund Punktschrift

Louis Braille, ein 16jähriger Junge aus Frankreich, entwickelte vor 200 Jahren eine taktile Schrift die aus sechs Punkten besteht. So können blinde Menschen mit den Fingerspitzen lesen, wenn sie die Brailleschrift erlernen. Buchstaben werden durch unterschiedliche Punktkombinationen aus maximal sechs Punkten dargestellt. Dies ist effektiver und schneller erfassbar als die Buchstaben des lateinischen Alphabets erhaben darzustellen.

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