Auf vier Pfoten und zwei Beinen durch dick und dünn

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Eva und ihr Führhund Max

Es gibt Geschichten, die so berührend und schön sind, dass sie einfach erzählt werden wollen. In dieser geht es um Freundschaft und Vertrauen, um eisernen Willen und um die Rettung eines liebgewonnenen Führhundes. Es ist die Geschichte von Dr. Eva-Maria Glofke-Schulz, mit der wir vor Kurzem ein Gespräch führen konnten, und ihres Blindenführhunds Max.

Zusammen durch dick und dünn

Eva ist Psychotherapeutin, 65 Jahre alt und als junge Erwachsene an einer erblichen Erkrankung erblindet. Schon immer liebte sie Hunde und ihr größter Wunsch war es, einen Führhund als Unterstützung zu bekommen. Das war vor 30 Jahren noch eine echte Herausforderung, also wandte sich Eva an den BBSB, der sie damals intensiv unterstützte. Als sie dann ihren ersten Führhund bekam, änderte sich für Eva alles. Sie selbst sagt, dass „ein neues Leben“ begann; es öffnete sich eine Welt, die ihr vorher verschlossen gewesen war.

Ihr jetziger Führhund Max, ein Mischling aus Labradoodle und Australian Shepherd, begleitet Eva seit sieben Jahren sicher auf allen Wegen. Der Vierbeiner ist längst ein guter Freund geworden – die beiden sind ein Herz und eine Seele. Doch gleich zu Beginn wurde die innige Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Eva erkrankte, saß immer häufiger im Rollstuhl. Ihre Prognose: wahrscheinlich würde sie nicht mehr eigenständig gehen können. Das wäre auch das Aus für Eva und Max gewesen, denn die Voraussetzung für einen Führhund ist die Mobilität seiner Besitzerin. Aber Eva kämpfte für sich und für Max, der immer an ihrer Seite war und sein Frauchen motivierte. Gemeinsam schafften sie dann das Unglaubliche: Aufgrund ihres eisernen Willens und dank ausdauernden Trainings kann Eva heute wieder laufen. Damit das auch so bleibt, sind die beiden täglich mehrere Stunden unterwegs.

Eva besucht regelmäßig Veranstaltungen des BBSB rund um das Thema Führhund, denn ihr ist es wichtig, informiert zu sein. Während der Schulung „Gesundheitsprävention und Erste Hilfe beim Hund“ stellte eine Tierärztin durch Zufall einen kleinen schmerzhaften Punkt in Max‘ Schnauze fest. Eva handelte schnell, ließ ihren Schützling sofort untersuchen, doch die Diagnose war niederschmetternd: Krebs. Nun war es ihr treuer Freund, der dringend Hilfe benötigte. In einer Tierklinik wurde Max operiert und erhielt mehrere Impfungen gegen den Krebs. Es folgten bange Tage, doch die frühe Diagnose und Evas schnelle Reaktion retteten Max‘ Leben.

Für ein selbstbestimmtes Leben

Wer jemals einen Hund wie Max besessen hat, weiß, wie tief die Beziehung zu einem geliebten Vierbeiner sein kann. Hunde berühren uns, doch sie geben noch viel mehr: Als ausgebildete Führhunde ermöglichen sie blinden und sehbehinderten Menschen wie Eva ein selbstbestimmtes Leben und Teilhabe.

Die Expertinnen und Experten des Referats für Führhundangelegenheiten des BBSB beraten Betroffene und unterstützen auf dem Weg zu einem Führhund. Darüber hinaus werden Schulungen und Seminare angeboten, denn viele Fragen ergeben sich erst, wenn der Vierbeiner in unser Leben tritt. All dies kostet viel Geld und kann nur mit Spenden aufrechterhalten werden.

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