Eine bessere Ausbildung und weniger Einsamkeit
Ist das Pflegepersonal, etwa in Seniorenheimen, besser ausgebildet, hilft dies dabei, dass sehbehinderte Menschen weniger einsam sind und wieder mehr Freude im Leben haben.
Selbstständigkeit von Senior*-innen mit Sehbehinderung stärken
Lautes Lachen hallt über den Flur im Seniorenheim. Im Aufenthaltsraum spielen Petra Ragginger vom BBSB und Martha Schultz (Name geändert) „Mensch ärgere dich nicht“. Ausgestattet mit Lupe, stark vergrößernder Brille und viel Humor versuchen beide, die jeweils andere mit geschicktem Spiel zu schlagen und zurück auf die Startposition zu verweisen.
Der Besuch der Mitarbeitenden des BBSB ist für die sehbehinderten Menschen in der Einrichtung immer etwas Besonderes. „Meine Tage wären ohne die Besuche von Frau Ragginger sehr eintönig. Zusammen mit ihr kann ich lachen und komme endlich einmal raus“, berichtet Martha Schultz.
Das Personal ist in ständiger Zeitnot, da bleibt auch wenig Zeit für einen Spaziergang in die Innenstadt von Nördlingen. Den machen die beiden Frauen nach dem Spielen. In Begleitung fühlt sich Martha Schultz sicherer. Untergehakt und den Blindenstock in der Hand ist sie bereit, neue Dinge zu entdecken.
Ein liebes Wort, eine sanfte Umarmung und die Alltagssorgen sind verflogen. Damit diese hilfreiche und wohltuende Betreuung für sehbehinderte und blinde Menschen weiterhin möglich ist, braucht der BBSB Spenden: Eine Spende schafft Sicherheit in der Betreuung alleinstehender Seniorinnen und Senioren und sorgt für eine qualifizierte Ausbildung der Pflegekräfte.
Jede Spende an den BBSB hilft unmittelbar. Spenden sind einmalig sofort oder auch monatlich möglich – regelmäßige Spenden helfen dem Verein dabei, regelmäßige Angebote machen zu können.
Zuhören, beraten und lachen
Petra Ragginger versteht die Sorgen und Nöte sehbehinderter Senior*innen in ihrer Heimatstadt Nördlingen. Bei der Arbeit für den BBSB erlebt die selbst sehbehinderte Frau immer wieder, wie dankbar die älteren Menschen sind, dass sie zu Besuch kommt:
„Viele der Senioren und Seniorinnen haben keine Angehörigen mehr oder diese wohnen weit entfernt.
Das Pflegepersonal kann das aufgrund des Fachkräftemangels nicht auffangen. Daher sitzen die
betagten Herrschaften sehr häufig den ganzen Tag allein in ihrem Zimmer“, berichtet die ehrenamtliche Mitarbeiterin des BBSB.
Die Arbeit des BBSB ist Balsam für die Seele
Das Pflegepersonal hat nicht nur zu wenig Zeit für einen kleinen Austausch, sondern oft bleibt auch keine Zeit um zu klären, wo und welche Unterstützung Einzelpersonen benötigen. „Ich wünsche mir mehr Verständnis und Geduld, wenn einmal etwas herunterfällt. Durch den Stress ist der Ton rauer geworden und die sehbehinderten Senioren und Seniorinnen wagen oft nicht, ihre Wünsche zu äußern“, beschreibt Petra Ragginger die Situation in den Einrichtungen. Der BBSB sensibilisiert vor allem neues, noch ungeschultes Personal hierfür und kann im Gespräch Missverständnisse klären und vermitteln.
Petra Ragginger hält neben den Besuchen regelmäßig telefonischen Kontakt zu hochbetagten Mitgliedern des BBSB die das Haus nicht mehr verlassen können. Das Highlight jeden Monats ist aber der Stammtisch am jeweils letzten Donnerstag. „Darauf freuen sich die meisten rüstigen Senioren und Seniorinnen. Sich mit Gleichgesinnten austauschen, nützliche Tipps erhalten oder einfach nur gemeinsam lachen – das tut jeder Seele gut“.
Barrieren in den Köpfen abbauen: Der BBSB schult Pflegepersonal
„Sehbehinderung ist schwieriger zu verstehen als Blindheit. Mein Wunsch ist es, Barrieren in den Köpfen der Menschen abzubauen, und das kann man am besten über Sensibilisierung“, erklärt Stefanie Freitag, die Verantwortliche des BBSB für Personalschulungen in Senioreneinrichtungen im Bezirk Oberbayern und der Stadt München.
Aus diesem Grund ist das Herzstück der Schulung des BBSB für Pflegefachkräfte die Selbsterfahrung. Hierzu erhalten die teilnehmenden Personen Simulationsbrillen und können verschiedene Situationen ausprobieren. Vielen wird erst durch diese Erfahrung bewusst, welche Schwierigkeiten Alltagssituationen für Sehbehinderte bereithalten. Diese Schulungen helfen, das Pflegepersonal zu sensibilisieren – unabhängig von der jeweiligen Berufsausbildung.
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Ihre Spende für eine bessere Ausbildung und weniger Einsamkeit
Bitte spenden Sie für die Ausbildung ehrenamtlicher Blinden- und Sehbehindertenberatender und für die Arbeit in unseren regionalen Beratungs- und Begegnungszentren.
Alternativ können Sie Ihre Spende auch überweisen:
Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e. V.
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Kontakt: Andrea Stang
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