Schulstart in Bayern

Mit dem Beginn des neuen Schuljahrs stehen viele Familien mit blinden oder sehbehinderten Schulkindern vor einer wichtigen Entscheidung: Soll mein Kind auf die nahegelegene Sprengelschule oder auf eine spezielle – häufig weiter entfernte – Förderschule gehen? Dieses Dilemma kennen auch Emils Eltern. Der Sechsjährige hat eine fortschreitende Augenerkrankung, verliert zunehmend an Sehkraft und braucht Unterstützung beim Lernen.

Beratung und Unterstützung bei der Wahl der richtigen Schule

Wie wichtig die Unterstützung des BBSB bei der Schulwahl sein kann, zeigt die Erfahrung von Emils Familie. Die konkrete Beratung durch Vereinsmitarbeitende und der Austausch mit anderen betroffenen Familien halfen seinen Eltern dabei, eine passende Schule für Emil zu finden.

Viele weitere Familien mit blinden oder sehbehinderten Schulkindern sehen sich mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert: Ein langer Weg zur Förderschule kann für den Familienalltag zermürbend sein und die Anschaffung zusätzlich erforderlicher Hilfsmittel zur finanziellen Belastung werden.

Glücklicherweise stand der BBSB Emils Familie auch bei der Beantragung der dringend benötigten Hilfsmittel zur Seite. Diese ermöglichen ihm die Teilnahme am Unterricht. So kann der Sechsjährige das Tafelbild dank einer speziellen Kamera auf einem Bildschirm stark vergrößert sehen.

Inklusive Regelschule oder Förderschule – haben Familien eine echte Wahl?

„Man hat eine Wahl, aber die beiden Wege sind nicht gleich gut ausgestattet, insofern auch nicht gleichwertig. Der inklusive Weg ist für die Familien immer noch mit einem hohen Aufwand sowie persönlichen Einsatz verbunden und steht somit bei Weitem nicht allen Kindern und Jugendlichen offen.“

Franziska Weigand, Mitglied des erweiterten Vorstands und Ansprechperson für Elternarbeit

„Ich freue mich auf die Schule!“

Doch Regelschulen sind häufig noch nicht ausreichend auf die Inklusion blinder und sehbehinderter Kinder ausgerichtet: Lernmaterialien sind nicht barrierefrei, es gibt zu wenig Schulbegleitung oder nur mangelhafte fachliche Unterstützung.

Emils Mutter ist sich sicher: „Ich möchte mich nicht zwischen einem kurzen Schulweg oder der besten Förderung entscheiden müssen!“ Beim BBSB wurden Anja und Jan gut beraten und bei der Antragstellung für die Hilfsmittel, die ihr Sohn bei seinem Schulstart benötigt, kostenlos unterstützt.

Emil besucht nun die Klasse 1b einer Förderschule. Dass er eine Brille und zusätzlich eine Lupe braucht oder mit einem speziellen Bildschirm das Tafelbild vergrößern kann, ist in seiner Klasse mit seheingeschränkten, blinden und sehenden Kindern ganz normal.

In Bayern haben – wie Emil – Hunderte weitere sehbehinderte Kinder Förderbedarf. Der BBSB unterstützt die betroffenen Familien dabei, die passgenaue Ausstattung für ihre Kinder zu erhalten. So haben sie die gleichen Chancen auf Bildung und Teilhabe wie gleichaltrige sehende Kinder.

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