Neues taktiles Leitsystem an Münchener U-Bahnstationen kommt in die Umsetzung/BBSB fordert die Verbesserung seit Jahren

In München kennt jeder S-Bahn-Nutzer die hellen gefrästen Rillen an den Bahnsteigkanten als Blindenleitsystem. Im U-Bahnbereich sieht es anders aus. Hier gibt es keinen Kontrast zwischen den Rillen und dem umgebenden Boden: Diese Warnung ist mit dem Langstock nur sehr schlecht zu ertasten und als sehbehinderter Mensch praktisch gar nicht zu erkennen. München war in den 1990er Jahren Vorreiter bei Blindenleitsystemen; heute entsprechen aber auch neuere Bereiche im U-Bahn-Netz nicht mehr dem Stand der Technik. Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund e. V. (BBSB) fordert seit nunmehr zehn Jahren eine deutliche Kennzeichnung.

Blinde und sehbehinderte Menschen können sich im öffentlichen Raum durchaus selbstständig bewegen. An Orten wie beispielsweise Bahnsteigen und im öffentlichen Nahverkehr ist es für die Sicherheit Betroffener überlebenswichtig, ein funktionierendes Leitsystem vorzufinden. In München jedoch vermeiden Betroffene es häufig, sich alleine im U-Bahnbereich zu bewegen, da dort das Blindenleitsystem unzureichend ist und keine Sicherheit bietet. Kaum ertastbare Rillen sowie fehlender Kontrast zwischen den Rillen und dem umgebenden Boden sind der Grund dafür. Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. fordert seit zehn Jahren eine Nachrüstung im U-Bahnbereich.

Erst nach einem tödlichen Unfall eines blinden Mannes an der U-Bahnstation Josephsplatz 2018, kam es auf Initiative sowie unter Leitung des BBSB zu einem Zusammentreffen der Landeshauptstadt München, der Stadtwerke München, der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und der Regierung von Oberbayern, um eine Lösung zur Sicherheit von blinden Menschen auf den U-Bahnsteigen zu finden. Alle waren sich einig, dass es eine schnelle Nachrüstung eines funktionierenden Leitsystems geben muss. Es hat aber weitere fünf Jahre gedauert und mehrere Spitzengespräche des BBSB mit der MVG sowie verschiedenen Vertretern der Landeshauptstadt München waren nötig, bis dieses Projekt finanziell gesichert war. Nachdem nun auch die technische Aufsichtsbehörde die Unbedenklichkeit für die Förderfähigkeit versicherte, kann die MVG jetzt endlich die Ausschreibung veröffentlichen und voraussichtlich im Sommer mit der Ausstattung der ersten U-Bahnstationen beginnen.

„Zusammen mit der MVG haben wir mehrere Leitsysteme sowohl mit aufgeklebten Strukturen als auch mit gefrästen Bodenplatten getestet, bis wir endlich ein System fanden, mit dem die Technische Aufsichtsbehörde, die MVG und natürlich wir Nutzer zufrieden sein können“, sagt Bernhard Claus, der beim BBSB für Barrierefreiheit in München zuständig ist. „Die Planung und Bewilligung zum Bau hätte deutlich schneller gehen müssen. Jetzt hoffen wir, dass wenigstens die Umsetzung zügig vorangeht“, sagt Dr. Stefan Insam, der stellvertretende Landesvorsitzende des BBSB. Damit blinde und sehbehinderte Menschen aktiv am öffentlichen Leben teilnehmen können, ist es unumgänglich, dass öffentliche Orte, wie Einkaufszentren, Theater, Sehenswürdigkeiten und andere Treffpunkte, barrierefrei erreichbar sind. Die U-Bahn in München ist das wichtigste Verkehrsmittel, um all diese Orte besuchen zu können. Mit dem neuen Leitsystem werden sich gerade Menschen mit einer Seheinschränkung wieder sicherer auf den U-Bahnsteigen fühlen und ein Stück weit wieder selbstständiger am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Pressekontakt

Bernhard Claus
Arbeitskreis Barrierefreiheit
bernhard.claus@bbsb.org
089/55988-114
www.bbsb.org

Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB)

Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB) ist die Selbsthilfeorganisation der mehr als 100.000 blinden, sehbehinderten und zusätzlich gehandikapten Menschen in Bayern. Er vertritt ihre Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Ziel des BBSB e.V. ist es, blinden und sehbehinderten Menschen ein selbstbestimmtes und möglichst selbstständiges Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. In zehn Blickpunkt Auge-Beratungsstellen bietet der BBSB e.V. wohnortnahe Hilfen an – dazu gehören der ambulante Reha-Dienst mit Schulung in selbständiger Haushalts- und Lebensführung, sozialrechtliche Beratung, individueller Textservice, berufliche Rehabilitation, Austausch mit Gleichbetroffenen, Freizeit und Fortbildung.

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